Kanzler in Sorge wegen Euro-Stärke

- Frankfurt - Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich besorgt über die derzeitige Stärke des Euros geäußert und die EZB indirekt zum Gegensteuern auf den Devisenmärkten aufgerufen. Der "Financial Times" sagte Schröder, die durch die Euro-Stärke ausgelöste Verteuerung deutscher und europäischer Produkte auf dem Weltmarkt bremse das Wirtschaftswachstum in der Eurozone.

<P>"Ich gehe davon aus, dass die klugen Menschen in der Europäischen Zentralbank jeden Tag diskutieren, ob sie im Rahmen des Euro-Dollar-Wechselkurses genug tun, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Exporte zu erhalten", zitierte die Zeitung den Kanzler. Exportfirmen in Deutschland und anderen europäischen Ländern litten unter dem starken Euro. Die EZB hat dem Bericht zufolge seit zwei Jahren nicht mehr auf den Devisenmärkten interveniert.</P><P>Regierungssprecher Bela Anda erklärte, Schröder habe nur eine allgemeine Bemerkung gemacht. Diese sei keine Aufforderung zu einer Intervention auf dem Devisenmarkt. EZB-Chefökonom Otmar Issing wollte sich nicht direkt zu Schröders Bemerkungen äußern. Er sagte jedoch, die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen in der Eurozone hänge nicht allein von den Wechselkursen ab. Die Gemeinschaftswährung hatte Mitte Juni die historische Höchstmarke von 1,19 Dollar überschritten.</P>

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