Kapitalanleger geprellt: Razzia bei Firmen in Oberbayern

- München - Bei einer groß angelegten Razzia gegen betrügerische Kapitalanlagevermittler sind 23 Firmen, Banken und Wohnungen in Deutschland und Österreich durchsucht worden. Der Schwerpunkt der Durchsuchung lag in Berlin und Oberbayern. Die beiden einschlägig vorbestraften Hauptbeschuldigten, ein 54-Jähriger aus Berlin und ein 44-Jähriger aus dem Landkreis Ebersberg, wurden verhaftet. Gegen weitere drei Beschuldigte wird ermittelt, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern mit.

<P>Die beiden Hauptbeschuldigten hätten über ihre Firma Vitalfinance von Mitte 2002 bis mindestens Mitte 2003 in Deutschland und Österreich Betreibern von Wellness-Studios die Finanzierung von Spezialgeräten sowie "lukrative" Beteiligungen angeboten. Den Anlegern seien dabei Renditen von bis zu 16 Prozent in Aussicht gestellt und zugesichert worden, dass sie jederzeit über ihr Geld verfügen könnten. </P><P>Die Gelder seien über ein Treuhandkonto direkt an die beiden Hauptbeschuldigten geflossen. "Es besteht der Verdacht, dass die angelegten Gelder von den Beschuldigten abredewidrig für private Zwecke verwendet wurden", so die Polizei in München. Die Unternehmen der Vitalfinance-Gruppe haben ihren Firmensitz mehrfach immer weiter nach Süden verlegt: von Berlin nach Neufahrn (Landkreis Freising), Babensham (Lkr. Rosenheim) und Kufstein in Tirol. </P><P>Deutschlands älteste Rating-Agentur für geschlossene Fonds warnte schon im Februar 2003 vor der Firma Vitalfinance GmbH & Co. Invest KG, Neufahrn (Unternehmensgegenstand: Erwerb, Einrichtung und Betrieb von Massage-Studios). Die Angaben in dem Prospekt "sind teils unvollständig, teils veraltet und lassen wesentliche Fragen unbeantwortet", hieß es in der Analyse von G.U.B. in Hamburg. </P><P>Auf Risiken würde nur unzureichend hingewiesen und wichtige Informationen, etwa die Namen der Geschäftsführer, fehlten. Fazit: "Ein Angebot mit mangelhafter Prospektierung und unklaren Erfolgsaussichten", das "nicht platzierungsreif" sei. "Nicht platzierungsreif bedeutet aus unserer Sicht, dass das Angebot schlecht ist und man die Finger davon lassen sollte", erklärte Oliver Wünsch, Analyst bei G.U.B., das Urteil. Bisher geht die Polizei von bis zu acht Geschädigten aus. Die bislang bekannte Schadenssumme beträgt 400 000 Euro.</P>

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