Karl vor Theo: Albrecht-Brüder bleiben die reichsten Deutschen

- München - Schumi oder Alonso? Während der Zweikampf der Schnellsten diesmal vorzeitig entschieden wurde, kam es beim Duell der Superreichen zu einem Wimpernschlagfinale: Karl nur knapp von Theo! Gerade noch 50 Millionen Euro trennen die Gebrüder Albrecht. Unermesslich viel Geld für Normalsterbliche.

Wenig angesichts der 16,10 beziehungsweise 16,05 Milliarden, die die Aldi-Brüder ihr Eigen nennen können. Karl lag 2005 noch um zwei Milliarden vorn. Ganz genau sind die Zahlen nicht. Bei der Rangfolge der Superreichen, sind es nicht die Milliardäre, die ihre Konto- und Depotstände einreichen. Das "Manager Magazin" schätzt -konservativ. Was bedeutet, dass einige der reichsten Deutschen noch ein Stück reicher sein könnten, als die jährliche Tabelle sie erscheinen lässt. Sorgen machen dürften den beiden Brüdern Albrecht der Blick in den Rückspiegel.

Denn nach einer zähen Aufholjagd liegt nun auf Platz 3 Dieter Schwarz, Chef des Erzrivalen Lidl: Mit 10,25 Milliarden Euro, gehört er jetzt zum Dreier-Club der zweistelligen deutschen Milliardäre. Susanne Klatten bleibt reichste Frau, rückt aber in der Gesamtliste um einen Platz nach hinten.

Gemeinsam lägen die Quandts ganz vorne

Ein wenig unfair, denn während Familien wie Porsche (Platz 8 -5,1 Milliarden) oder Otto (Platz 5 -5,4 Milliarden) gemeinsam gewertet werden, wird bei den Quandt- Erben genau aufgedröselt: Susanne Klatten 7,75 Milliarden, Stefan Quandt 4,5 Milliarden, Johanna Quandt 4,1 Milliarden Euro. Rechnet man zusammen und nimmt die gemeinsam gelisteten Halbgeschwister mit 1,5 Milliarden dazu, ließe die Familie mit knapp 18 Milliarden auch Karl Albrecht hinter sich. Andere Dynastien sind noch weiter verzweigt. So tauchen die Familien Haniel (9,1 Milliarden Euro), Brenninckmeyer (5,0 Milliarden Euro) oder gar Siemens (3,7 Milliarden Euro) gar nicht mehr in der Einzelwertung auf. Sie werden als Großfamilien in einem eigenen Ranking geführt.

Das Licht der Öffentlichkeit scheuen die meisten der Superreichen. Fotos der Albrecht- Brüder stammen durchwegs aus der Schwarz- Weiß-Ära und haben Seltenheitswert. Auch Bilder von Susanne Klatten gelten unter Fotografen als Glückstreffer. Nicht alle mehren ihr Geld. Am erfolgreichsten agiert hat Klaus Michael Kühne (Kühne und Nagel). Mit einem Zuwachs von 1,9 Milliarden Euro wurde das Familienvermögen binnen Jahresfirst mehr als verdoppelt, es beträgt nun 3,5 Milliarden Euro, und katapultierte die Firma auf Platz 26. Madeleine Schickedanz profitierte von der Karstadt- Sanierung und konnte ihr Vermögen um 1,05 Milli-arden Euro fast verdoppeln (2,2 Milliarden -Platz 47). Weniger erfreulich sieht es dagegen für die Familie Mohn aus.

Bertelsmann: Teure Abwehr des Börsengangs

Die Bertelsmänner können mit 5 Milliarden Euro nun 1,5 Milliarden weniger ihr Eigen nennen als noch vor Jahresfrist. Hier hatte die Abwehr des verhassten Börsengangs und die durch zahlreichen Führungswechsel keineswegs sanierte Clubsparte eine tiefe Schneise ins Vermögen gerissen. Unter den Top-Ten sind weiterhin Ex-SAP-Chef Dietmar Hopp (5,3 Milliarden Euro -Platz 6), der Schrauben-Mogul Reinhold Würth (5,15 Milliarden Euro -Platz 7) sowie die Tchibo- Erben Günter und Daniela Herz (5,1 Milliarden Euro -neben Porsche Platz 8). Nicht alle Superreichen kann man sofort zuordnen.

Die Familie Reimann etwa (5,05 Milliarden Euro -Platz 10) kennt kaum einer. Ihr gehört Reckitt Benckiser, auch der Firmenname ist den Wenigsten geläufig. Viele der Produkte dagegen kennt jedes Kind. Sagrotan, Calgonit oder Clearasil, sind die bekanntesten.

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