Karstadt: Auch kleine Filialen werden vorerst nicht geschlossen

- Essen - Die Einigung über den Beitrag der Beschäftigten zur Sanierung von Karstadt-Quelle ist auf breite Zustimmung gestoßen. Angesichts der Bedingungen für die geplante Kapitalerhöhung bracht die Aktie allerdings ein. Zwischenzeitlich lag das Minus bei über zehn Prozent. Karstadt-Quelle wird 93 Millionen neue Aktien ausgeben. Zu den 117,8 Millionen, die derzeit im Umlauf sind, kommen also fast noch einmal soviele dazu.

<P>Der Konzern bekräftigte, zunächst keine Warenhäuser schließen zu wollen. Das gelte auch für die kleineren Häuser, für die keine Standortgarantien vereinbart worden seien. "Auch diese zehn Filialen sollen ausdrücklich nicht geschlossen werden", sagte der für das Warenhausgeschäft zuständige Karstadt-Quelle-Vorstand Helmut Merkel. Unabhängig von der Standortgarantie würden alle 77 kleineren Karstadt Häuser gleich behandelt und ab Januar 2005 in die eigenständige Gesellschaft Karstadt Kompakt GmbH übergehen.<BR><BR>Die Belegschaften der zehn von roten Zahlen betroffenen Karstadt-Quelle-Warenhäuser sollen in den kommenden Tagen von Unternehmensleitung und Betriebsräten informiert werden. "Vorher werden wir keine Namen nennen", sagte der Betriebsratsvorsitzende der Karstadt Warenhaus AG, Wolfgang Pokriefke. "Diese Filialen sind ein Problem."<BR><BR>Merkel betonte, die 77 Warenhäuser hätten eine gute Chance, mit einem eigenem Management und einem eigenständigen Marktauftritt erfolgreich zu sein. Karstadt Kompakt bekomme "größtmögliche Freiheit", um auf die örtlichen Wettbewerbsverhältnisse eingehen zu können.<BR><BR>Bei dem am Donnerstag nach rund 29-stündigen Verhandlungen erzielten Beschäftigungspakt war nur für 67 der 77 kleineren Karstadt-Häuser eine Bestandsgarantie festgeschrieben worden. Die bisher nicht genannten zehn restlichen Filialen schreiben nach den Worten von Unternehmenssprecher Jörg Howe "dauerhaft rote Zahlen". Innerhalb von drei Jahren sollen die 77 Warenhäuser mit einer Verkaufsfläche von weniger als 8000 Quadratmetern an einen Investor oder Partner abgegeben werden.<BR><BR>Für den vereinbarten Abbau von 4000 Stellen in den Warenhaus-Verwaltungen sollen nun alle Möglichkeiten von Altersteilzeit, Vorruhestand, Abfindungen und Qualifikationsmaßnahmen geprüft werden, sagte ein Firmensprecher. Während im Verkauf kein Personalabbau vorgesehen sei, sei auch an die Umsetzung von Verwaltungsmitarbeitern in den Verkauf gedacht. Konkrete Planungen lägen noch nicht vor. Kündigungungen soll es keine geben. <BR></P><P> </P><P> </P>

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