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Endspurt um Karstadt: Die 25.000 Mitarbeiter zwischen Hoffen und Bangen.

Karstadt: Verkauf am 9. Juni

Essen - Hochspannung in der Karstadt-Zentrale: Drei Bieter haben ihre Rettungskonzepte präsentiert. Am 9. Juni soll die Warenhauskette mit 25.000 Mitarbeitern verkauft werden.

Für die Mitarbeiter der insolventen Kaufhauskette Karstadt geht es um die Existenz. Die drei Interessenten Highstreet, Berggruen und Triton haben am Freitag in Essen ihre Rettungskonzepte präsentiert. Die Entscheidung über das weitere Schicksal des Traditionsunternehmens blieb zunächst jedoch offen. Am frühen Abend dauerten die Beratungen des Gläubigerausschusses noch an.

Der Karstadt-Verkauf soll am 9. Juni vollzogen werden. Der Gläubigerausschuss des zahlungsunfähigen Warenhauskette hat die Entscheidung auf den 7. Juni vertagt und angekündigt, dass der Vertrag zwei Tage später unterschrieben werden soll.

Die Entscheidung dürfte dem Gremium nicht leicht fallen, denn alle vorliegenden Angebote sind an Bedingungen geknüpft. Die Offerte des Karstadt Vermieters Highstreet war zudem erst wenige Stunden vor Beginn der Sitzung am Freitag vorgelegt worden.

Dem Vernehmen nach will Highstreet auf Entlassungen verzichten. Gleichwohl sollen die 25 000 Karstadt-Mitarbeiter länger arbeiten, ohne mehr Lohn zu erhalten. Im Gegenzug sollen die Arbeitnehmer am Unternehmen beteiligt werden.

Der Vorstoß des mehrheitlich zu Goldman Sachs gehörenden Immobilienfonds war in der Branche erwartet worden. Highstreet besitzt 86 der 120 Karstadt-Warenhäuser und ist damit nicht nur der wichtigste Vermieter, sondern auch einer der Hauptgläubiger der insolventen Warenhauskette.

Neben Goldman Sachs sind die Deutsche Bank und die italienischen Unternehmen Borletti, Generali und Pirelli an dem Immobilienfonds beteiligt. Borletti hat Warenhaus-Erfahrung mit der italienischen Kette La Rinascente und dem französischen Kaufhaus Printemps.

Als weitere Interessenten haben der deutsch-schwedische Investor Triton sowie die Berggruen Holding eine Offerte abgegeben. Den Startschuss im Bieterrennen hatte Triton mit einer ersten Offerte von fünf Wochen gegeben, vor einer Woche hatte Berggruen nachgezogen. “Wir sind überzeugt, dass Karstadt als eigenständiges Unternehmen weiter existieren kann“, sagte Triton-Vertreter Hans Maret der Deutschen Presse-Agentur. Einig sind sich beide Bieter lediglich bei ihren Forderungen nach Mietsenkungen an die Adresse der Karstadt- Vermieter.

Triton biete 100 Millionen Euro an Investitionen bei Vollzug des Kaufvertrags und weitere 400 Millionen in den nächsten fünf Jahren an. Voraussetzung sei, das Arbeitnehmer und Vermieter das Konzept mittragen, sagte Maret. Von den Mitarbeitern fordert der Investor die Einführung einer teilweise erfolgsbasierten Vergütung und ein Überdenken verlustbringender Sortimente. Im schlimmsten Fall könnte das den Abbau von knapp 5 000 Arbeitsplätzen bedeuten. Gegen die Forderungen von Triton hatte sich bislang vor allem die Gewerkschaft Verdi gewehrt. Bieter-Konkurrent Berggruen will dagegen die Beschäftigten ungeschoren lassen.

Nach dem Ende der Präsentationen am Nachmittag zog sich der mit elf Mitgliedern besetzte Gläubigerausschuss zu Beratungen zurück. Falls sich das Gremium nicht für einen der Interessenten entscheidet, kann der Ausschuss auch den Termin für die Unterzeichnung des Kaufvertrags noch ein zweites Mal verschieben. Die ursprünglich für den 30. April gesetzte Frist war bereits um vier Wochen bis zum 28. Mai verlängert worden. Damit der Insolvenzplan in Kraft treten kann, muss er vom Essener Amtsgericht bestätigt werden. Ein Gerichtstermin ist für den kommenden Montag geplant.

dpa

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