+
Die Karstadt-Kunden und -Beschäftigten müssen sich nicht auf Filialschließungen einstellen.

Keine Schließungen bei Karstadt

Essen - Andrew Jennings, der seit Jahresbeginn amtierende Chef der Kaufhauskette Karstadt, will alle 115 Standorte erhalten. So wurde sein neues Unternehmenskonzept von den Beschäftigten aufgenommen:

Beim Umbau der Warenhauskette Karstadt will der neue Chef Andrew Jennings alle bundesweit 115 Standorte erhalten. Auf Filialschließungen werde verzichtet, bestätigte ein Unternehmenssprecher am Freitag einen Bericht der Tageszeitung “Die Welt“.

Karstadt betreibt derzeit 86 Warenhäuser, drei sogenannte Premium-Häuser und 26 Sporthäuser. Der seit Jahresbeginn amtierende Karstadt-Chef hatte seine neue Strategie unter dem Titel “Karstadt 2015“ bereits am Mittwoch dem Aufsichtsrat vorgelegt und war damit nach Angaben des Unternehmens auf ein positives Echo gestoßen.

Am Freitag wurden zunächst rund 1000 Beschäftigte in der Karstadt-Hauptverwaltung informiert. Anfang kommender Woche soll der Rest der insgesamt rund 22 000 Karstadt-Beschäftigten per Video-Botschaft Einzelheiten der neuen Strategie erfahren. Erst nach der Belegschaft soll die Öffentlichkeit über die Neuerungen informiert werden.

Wer kassiert wie viel? Die 30 Topverdiener unter den deutschen Konzern-Bossen 2010

So viel kassierten die Bosse der Dax-Konzerne 2011

“Es hat sehr viel Applaus gegeben“, beschrieb der Betriebsratsvorsitzende der Karstadt-Hauptverwaltung, Arno Leder, nach der Mitarbeiterinformation die Reaktion der Beschäftigten. “Alles das, was wir gehört haben, halten wir für machbar“, sagte er. Es seien keine weiteren Einschnitte bei den Beschäftigten geplant. “Der Kunde steht im Mittelpunkt“, sagte der Betriebsrat. Zu weiteren Einzelheiten wollte Leder jedoch zunächst keine Stellung nehmen.

Nach Informationen der Tageszeitung “Die Welt“ will der ehemalige Woolworth Manager Jennings “vorhandene Stellschrauben“ in den Betrieben neu justieren, um Karstadt wieder zu einem “Kundenmagneten“ zu machen. In den Warenhäusern solle der Einsatz der Mitarbeiter flexibilisiert und stärker am Kundenaufkommen ausgerichtet werden. Dafür sollten die Verkäufer dem Blatt zufolge auch größere Leistungsanreize erhalten.

Erst im vergangenen Monat hatte der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen Karstadt in einem Interview mit “Bild am Sonntag“ bescheinigt, sich in die richtige Richtung zu bewegen. “Über einen Verkauf denke ich nicht einmal nach“, sagte er. Der Milliardär hatte die Warenhauskette im Oktober 2010 nach monatelanger Zitterpartie übernommen. Das Unternehmen hatte im Sommer 2009 zusammen mit der Mutter Arcandor Insolvenz anmelden müssen.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Marchionne tritt ab: Überraschender Führungswechsel bei Fiat-Chrysler und Ferrari
Die Autobauer Fiat-Chrysler und Ferrari ersetzen überraschend ihren Chef Sergio Marchionne. Offenbar wegen gesundheitlicher Probleme.
Marchionne tritt ab: Überraschender Führungswechsel bei Fiat-Chrysler und Ferrari
Ära Marchionne endet bei Fiat Chrysler und Ferrari vorzeitig
Der Mann, der die Autobauer Fiat und Chrysler einst rettete, sollte eigentlich erst 2019 abtreten. Doch nun ist für Konzernchef Sergio Marchionne schon deutlich früher …
Ära Marchionne endet bei Fiat Chrysler und Ferrari vorzeitig
G20-Treffen: Finanzminister Scholz wirbt für freien Handel
Eigentlich stehen die Zukunft der Arbeit und die Verbesserung der Infrastruktur auf der G20-Agenda. Wegen des anhaltenden Streits zwischen den USA, China und der EU um …
G20-Treffen: Finanzminister Scholz wirbt für freien Handel
Bericht: Datenleck bei Autobauern - auch VW betroffen
New York (dpa) - Zehntausende Dokumente mit sensiblen Daten großer Autohersteller sind laut einem Zeitungsbericht vorübergehend öffentlich im Internet aufgetaucht.
Bericht: Datenleck bei Autobauern - auch VW betroffen

Kommentare