Karstadt drohen weitere Einschnitte

Essen - Auch nach dem möglichen Einstieg eines Investors drohen bei den 120 Filialen der insolventen Warenhauskette Karstadt weitere Einschnitte.

“Die eigentliche Restrukturierung hat Karstadt noch vor sich“, sagte der für die Ausarbeitung des Insolvenzplans zuständige Rechtsanwalt Helmut Balthasar am Montag bei der Gläubigerversammlung in Essen. Mit dem den Gläubigern zur Abstimmung vorgelegten Insolvenzplan habe das Unternehmen jedoch nun eine Chance zum Überleben. “Die Arbeit ist noch nicht getan“, sagte Balthasar. Für den Insolvenzplan hatten sich unter anderem Vermieter, Beschäftigte und Dienstleiter bereits zu Sanierungsbeiträgen in Millionenhöhe verpflichtet. So sollen die rund 26 000 Beschäftigten für einen Zeitraum von drei Jahren unter anderem auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten und so einen Beitrag von mehr als 150 Millionen Euro leisten.

Bis Ende März waren unter der Regie des Insolvenzverwalters bereits 13 Filialen geschlossen und rund 1000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will am Montag in Essen den Weg für den Einstieg eines Investors frei machen. Bei der Veranstaltung in der Essener Karstadt-Zentrale sind die Gläubiger aufgerufen, über den Insolvenzplan abzustimmen. Die Zustimmung zum Insolvenzplan ist Voraussetzung für den geplanten Verkauf der Warenhauskette. In den letzten Wochen seien aussichtsreiche Gespräche mit verschiedenen Investoren geführt worden, heißt es in einem Manuskript des Insolvenzverwalters. Görg will bis zum Monatsende einen Investor für die Warenhauskette als Ganzes finden.

Im Vorfeld der Veranstaltung zeigte sich der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Helmut Patzelt optimistisch, dass eine Rettung der Warenhauskette gelingen könne. Von über 2,7 Milliarden Euro an angemeldeten Forderungen waren bei der Veranstaltung 2,45 Milliarden Euro durch 154 in Essen tatsächlich erschienene Gläubiger vertreten. Die Gläubiger sollen nach den Regelungen des vorgestellten Insolvenzplans auf bis zu 97 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Zusätzliche Einnahmen können die Gläubiger etwa bei einer Reduzierung der angemeldeten Forderungen etwa durch die Finanzbehörden und bei einem Verkauf der Warenhauskette erwarten.

dpa

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