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Karstadt: Kein Gespräch mit Wertheim-Erben

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- Berlin - Die Wertheim-Erben haben Karstadt-Quelle zu einer Einigung über baldige Wiedergutmachung aufgefordert. Im Konflikt um die Entschädigung für enteignete Besitztümer der jüdischen Kaufmannsfamilie in der Nazizeit sagte der Berliner Anwalt der Wertheim-Erben, Matthias Druba: "Je länger es dauert, desto teurer wird es. Wir appellieren deshalb inständig an den Karstadt-Konzern, den Weg freizugeben und die jahrzehntelange Verzögerungstaktik zu beenden." Die Karstadt-Quelle AG lehnte dies in einer ersten Reaktion ab. Konzernsprecher Jörg Howe sagte, es bleibe dabei, dass das Unternehmen zunächst den Rechtsweg in vollem Umfang ausschöpfen will.

Die Karstadt-Quelle AG war Anfang März vor dem Berliner Verwaltungsgericht unterlegen. Das Gericht bestätigte einen Bescheid des Landesamtes zur Regelung offener Vermögensfragen, das die Ansprüche der Wertheim-Erben auf den Verkaufserlös für Grundstücke in Berlin-Mitte anerkannt hatte. Dort befand sich in den 30er-Jahren der Stammsitz des Unternehmens mit dem größten Kaufhaus Europas. Anwalt Druba sagte: "In der Konsequenz muss sich Karstadt-Quelle, wie es die übrige deutsche Industrie getan hat, seiner moralischen und politischen Verantwortung stellen."

Um zu einer Lösung noch in diesem Jahr zu kommen, bot Druba im Namen der Wertheim-Familie auch vertrauliche Gespräche an. Konzernsprecher Howe sagte, die Position von Karstadt-Quelle sei unverändert. Gegen die Nichtzulassung der Revision werde Beschwerde eingelegt.

In der Folge des Urteils kommen laut Druba ohnehin weitere Forderungen in dreistelliger Millionenhöhe auf Karstadt-Quelle zu. Der Konzern hatte Grund und Boden auf dem so genannten Lenné´-Dreieck an den Metro-Gründer Otto Beisheim für rund 145 Millionen Euro verkauft, der dort das Beisheim-Center sowie Hotels errichten ließ. Den Erlös beansprucht die Jewish Claims Conference in Vertretung der Wertheim-Erben.

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