Karstadt: Machtprobe der Kleinaktionäre

- Essen - Beim angeschlagenen Handelsriesen Karstadt-Quelle schrillen die Alarmglocken: Eine Gruppe von Aktionären droht den sicher geglaubten Sanierungsplan zu Fall zu bringen. Trotz Einschnitten bei den Personalkosten von 760 Millionen Euro, trotz des geplanten Abbaus von 5500 Stellen, trotz dramatischer Einschnitte im Warenhausgeschäft und einer von der Hauptversammlung genehmigten Kapitalerhöhung, erscheint die Zukunft des Traditionskonzerns wieder ungewiss.

<P>Tatsächlich scheinen die Kläger derzeit am längeren Hebel zu sitzen. Bis zum Freitag muss der Handelskonzern alle Hindernisse für die dringend benötigte Kapitalerhöhung aus dem Weg geräumt haben. Sonst droht der fertig verhandelte 1,75 Millionen-Euro-Kredit zu platzen. Die Zustimmung der Hauptversammlung hat der Konzern. Doch das nützt wenig, solange Aktionäre ihre Einsprüche aufrechterhalten. So haben Kleinaktionäre die Macht, den Handelsriesen in die Krise zu stürzen. Karstadt-Sprecher Jörg Howe ist optimistisch: "Ich gehe davon aus, dass wir bis Freitag alles geregelt haben."<BR><BR>Tatsächlich zeigte sich einer der Hauptgegner der Kapitalerhöhung, der Verein zur Förderung der Aktionärsdemokratie, gesprächsbereit. Er bot am an, sich "vermittelnd zu beteiligen". Der Verein sei zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werde, die die vorgesehene Sanierung nicht gefährde, hieß es in einer Erklärung. Laut Howe hat ein anderer Kläger angeboten, Einsprüche zurückzuziehen, wenn er den Zuschlag bei der zum Verkauf stehenden Bekleidungskette Sinn-Leffers erhalte.<BR><BR>Eine Garantie für einen Erfolg gibt es aber nicht. "Die Kuh ist noch nicht vom Eis. Ich möchte nicht in der Haut vom Vorstand stecken", meinte Marion Engel von der Schutzgemeinschaft der Kleinanleger. Im besonders wichtigen Weihnachtsgeschäft kann Karstadt-Quelle eine Diskussion übers Überleben erst recht nicht brauchen.</P><P> </P>

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