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Will niemand Karstadt kaufen?

Karstadt-Pleite: Noch kein Investor gefunden

Düsseldorf - Für die Mitarbeiter des bankrotten Konzerns werden die Verkaufsverhandlungen zur Nervenprobe: Am Freitag läuft die Frist zur Einreichung von Kaufangeboten aus - und keines liegt vor.

Die Verkaufsverhandlungen für den zahlungsunfähigen Warenhauskonzern Karstadt werden zur Nervenprobe für die rund 25.000 Beschäftigten des Unternehmens. Bis zum Freitagmittag ging beim Insolvenzverwalter noch kein konkretes Angebot für die Übernahme der verbliebenen 120 Warenhäuser ein, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg erklärte. Allerdings sei dies kein Grund zur Unruhe, betonte er: “Wir machen ein Bieterverfahren und kein Windhundrennen.“ Keiner der Interessenten gewinne etwas, wenn er sein Angebot vorzeitig abgebe.

Die vom Insolvenzverwalter gesetzte Frist für die Einreichung von Kaufangeboten sollte am Freitag um 17.00 Uhr enden. Bereits bei der Gläubigerversammlung hatte Görg allerdings auch signalisiert, dass die Frist - wenn nötig - verlängert werden könne. Nach wie vor rechne der Insolvenzverwalter mit mindestens einem Angebot, hieß es am Freitag in informierten Kreisen.

Insgesamt sechs potenzielle Investoren prüfen bereits seit mehreren Monaten die Zahlen des maroden Kaufhauskonzerns. Außerdem erwägt Medienberichten zufolge inzwischen auch die US-Bank Goldman Sachs den Kauf von Karstadt. “Wir schauen uns das sehr ernsthaft an. Aber es gibt noch keine Entscheidungen“, zitierte die “Welt“ einen Manager der Bank.

Aus Sicht von Goldman Sachs wäre der Karstadt-Kauf wohl ein Versuch der Schadensbegrenzung. Denn die Bank ist indirekt einer der größten Gläubiger sowie der wichtigste Vermieter von Karstadt. Bei einer Zerschlagung des Konzerns hätte sie deshalb viel zu verlieren. Den Berichten zufolge will Goldman Sachs aber nur dann ein Angebot abgeben, wenn der Insolvenzverwalter keinen anderen Käufer findet, der die Kette als Ganzes erhält. Die Bank wolle Karstadt dann zunächst weitgehend komplett erhalten, berichtete die “Welt“. Erst später würden nicht rentable Häuser geschlossen oder alternativ genutzt. Auch ein Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Kaufhof, der bei der Muttergesellschaft Metro auf der Verkaufsliste steht, sei denkbar. Die Bank selbst kommentierte die Berichte nicht.

apn

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