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Eine Karstadt-Filiale.

17.000 bangen um Jobs

Karstadt-Sanierung: Verdi kündigt Widerstand an

Essen - Im Kampf gegen die Krise bei Karstadt hat die Gewerkschaft Verdi Widerstand gegen mögliche Einschnitte angekündigt.

„Wir werden weitere Entlassungen oder mögliche Häuserschließungen nicht einfach hinnehmen“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Freitag. 17.000 Beschäftigte der Kaufhauskette bangen um ihre Jobs. „Statt Arbeitsplätze bei Karstadt zu vernichten, muss es darum gehen, die Umsätze zu steigern“, sagte Nutzenberger, die im Karstadt-Aufsichtsrat sitzt.

Am Freitag wurden die Arbeitnehmervertreter über die Ergebnisse der ersten Aufsichtsratssitzung nach der Übernahme der Kette durch den Tiroler Immobilieninvestor René Benko informiert. Das Kontrollgremium hatte am Donnerstag die Weichen für einen harten Sanierungskurs gestellt. Das Karstadt-Management hatte den Angaben zufolge ein entsprechendes Konzept vorgestellt, das unter anderem Einsparungen bei Sach- und Personalkosten vorsieht. Auch die Schließung von Filialen wurde nicht ausgeschlossen.

Medienberichten zufolge könnten von der Sanierung bis zu 30 Filialen und bis zu 4000 Mitarbeiter betroffen sein. Der Verdi-Verhandlungsführer bei den Sanierungsgesprächen und Karstadt-Aufsichtsrat Arno Peukes ist deshalb enttäuscht von der Plänen der neuen Besitzer: „Das Unternehmen will wieder beim Personal sparen. Das kann kein Befreiungsschlag sein“, sagte er der „Schwäbischen Zeitung“ (Samstag). „Ich kenne kein Karstadt-Haus, in dem zu viel Personal herumsteht - im Gegenteil.“

Handelsexperte Gerd Hessert von der Universität Leipzig warnte, die Sanierung berge ein hohes Risiko des Scheiterns. Mit dem Betriebsrat stünden nun „mehr als harte Verhandlungen“ bevor, sagte Handelsfachmann Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Über weitere Einzelheiten des Sanierungspakets will der Aufsichtsrat am 23. Oktober beraten, dann wird mit Entscheidungen auch über Schließungen von Filialen gerechnet.

dpa

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