+
Der insolvente Warenhauskonzern Karstadt schließt zehn Filialen.

Karstadt schließt zehn Warenhäuser

Essen - Die insolvente Warenhauskette Karstadt steht bei ihrer Sanierung vor harten Einschnitten und dem Abbau von 1200 Arbeitsplätzen.

Lesen Sie auch:

Bericht: Karstadt-Vermieter erlassen 160 Millionen Euro

Karstadt: Einigung auf Eckpunkte für Sanierung

Insgesamt 10 Karstadt-Standorte mit zum Teil mehreren Waren- und Sporthäusern seien von Schließungen betroffen, berichtete ein Sprecher des Insolvenzverwalters am Dienstag. Zusätzlich sollen drei kleinere Multimedia-Standorte nicht weitergeführt werden. Insgesamt 112 Waren- und Sporthäuser sowie acht Schnäppchencenter mit über 25 000 Beschäftigten sollen erhalten bleiben. Bis Ende Januar soll auf der Grundlage der nun vorgelegten Eckpunkte ein Insolvenzplan erarbeitet werden, dem die Gläubiger noch zustimmen müssen. Gleichzeitig soll die Suche nach einem Investor weitergehen. Beide Prozesse könnten im Frühjahr kommenden Jahres erfolgreich abgeschlossen werden, zeigte sich der Karstadt- Beauftragte des Insolvenzverwalters Rolf Weidmann am Dienstag überzeugt. Neben der kompletten Aufgabe an den drei Standorten in Kaiserslautern (Fackelrondell), Ludwigsburg (Marstall) und Hanau (Freiheitsplatz) sollen sieben weitere Karstadt-Standorte von Schließungen betroffen sein. An den Standorten in Celle (Sport- und Multimedia-Filiale), Dortmund (Kampstraße), Hamburg (Elbe Zentrum) Hannover (Livingfiliale), Kiel (Alter Markt), München (Haus am Dom) und Recklinghausen (Sporthaus) soll das Unternehmen nach Schließung einzelner Häuser weiter vertreten sein.

Hinzu kommen die drei kleinen Multimedia-Standorte in Berlin, Braunschweig und Stuttgart mit jeweils zwischen 8 und 18 Beschäftigten. Neben den Beschäftigten hätten nun auch Vermieter, Dienstleister und Lieferanten Sanierungsbeiträge zugesagt. Zur Höhe der Beiträge wollte ein Sprecher des Insolvenzverwalters keine Auskünfte geben. Die Beschäftigten hatte sich Anfang November bereiterklärt, in den kommenden drei Jahren auf insgesamt 150 Millionen Euro zur Rettung des Unternehmens zu verzichten. Dem stimmte die zuständige Kommission der Gewerkschaft Verdi zu.

Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte vor allem von den Vermietern deutliche Abstriche gefordert. Erst durch die Zugeständnisse sei es gelungen, einige der ansonsten von der Schließung bedrohten Filialen weiterzuführen, sagte Weidmann. Davon betroffen seien über 1700 Mitarbeiter. “Wir sind froh, dass für die große Mehrheit der Karstadt- Beschäftigten und der Filialen eine Perspektive gefunden wurde“, sagte die stellvertretende verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane. Die Schließung von insgesamt 13 Filialen sei jedoch “außerordentlich bitter für die Beschäftigten“. Vor drei Wochen hatte die Karstadt-Gläubigerversammlung in Essen grünes Licht für eine Fortführung der Warenhauskette gegeben und den späteren Verkauf des Unternehmens an einen Investor gebilligt. Für die zweite Tochter Arcandor-Tochter Quelle sowie für die Holdinggesellschaft selbst soll es dagegen keine Rettung mehr geben.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fiat Chrysler verkauft Zulieferer Magneti Marelli
London (dpa) - Der Autobauer Fiat Chrysler will seine Zuliefertochter Magneti Marelli für 6,2 Milliarden Euro an den japanischen Rivalen Calsonic Kansei verkaufen.
Fiat Chrysler verkauft Zulieferer Magneti Marelli
Drogeriemarkt-Kette will hunderte neue Filialen eröffnen - scheitert aber an diesem Problem
Eine Drogeriemarkt-Kette sieht in Deutschland enormes Potenzial für Neueröffnungen - kommt aber dennoch mit seinen Expansionsplänen nicht so voran wie gewünscht.
Drogeriemarkt-Kette will hunderte neue Filialen eröffnen - scheitert aber an diesem Problem
„Salz in offene Kundenwunden“ - wegen diesem Post beschwert sich sogar Kaufland bei Aldi
Debatten im Netz eskalieren schnell. Aldi Süd hat nun auf Facebook eine Grundsatz-Diskussion losgetreten - sogar Kontrahent Kaufland mischte sich ein.
„Salz in offene Kundenwunden“ - wegen diesem Post beschwert sich sogar Kaufland bei Aldi
Igitt! Mann macht Ekel-Fund in Aldi-Produkt - danach kommt er nicht zur Ruhe
Fast jeder hat eine Lieblingsschokolade. So auch ein Mann, der in Duisburg ebenjene beim Discounter Aldi kaufte. Doch als er sie verzehren will, macht er einen echten …
Igitt! Mann macht Ekel-Fund in Aldi-Produkt - danach kommt er nicht zur Ruhe

Kommentare