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Die Karstadt-Mitarbeiter sind unzufrieden, weil der Konzern aus der Tarifbindung aussteigen will.

Betriebsrat und Verdi machen Druck

Karstadt: "Tarifpause" stößt auf Unmut

Essen - Die von Karstadt angekündigte „Tarifpause“ sorgt für Unmut unter den Beschäftigten. Gewerkschaft und Betriebsrat kündigen Widerstand an. Nach einer ersten Aktion in dieser Woche soll der Druck nun steigen.

Trotz des Ausstiegs von Karstadt aus der Tarifbindung will der Betriebsrat des Essener Warenhauskonzerns Lohnerhöhungen für die Beschäftigten durchsetzen. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten an Lohnsteigerungen partizipieren können. Ein Weg könnten sogenannte Anerkennungstarifverträge auf Landesebene sein“, sagte Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe (Mittwoch).

Karstadt hatte vor wenigen Tagen angekündigt, aus der Tarifbindung auszusteigen. Mögliche Lohnerhöhungen aus der aktuellen Tarifrunde könnten somit an den Karstadt-Beschäftigten vorbeigehen.

„Das letzte Wort in der Sache ist noch nicht gesprochen“, sagte Patzelt dazu. „Natürlich sind viele Kollegen verärgert“, erklärte der Betriebsratschef. „Die Beschäftigten von Karstadt haben in den vergangenen Jahren auf viel Geld verzichtet, um das Unternehmen zu stützen. Die Karstadt-Mitarbeiter sind die Helden der vergangenen Jahre. Insofern haben sie sich ordentliche Einkommen und sichere Jobs mehr als verdient.“

Die Gewerkschaft Verdi kündigte unterdessen an, den Druck auf Karstadt weiter erhöhen zu wollen. Nach einem ersten Warnstreik von Karstadt der Beschäftigten am Dienstag werde derzeit über mögliche weitere Aktionen beraten, sagte ein Sprecherin.

In einem an die Kunden verteilten Flugblatt hatten die Mitarbeiter des Karstadt-Hauses im hessischen Sulzbach dem Unternehmen „Tarifflucht“ vorgeworfen. „Die Beschäftigten von Karstadt wollen sich zu Recht nicht weiter „schröpfen“ lasse“, hieß es. dpa

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