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Karstadt streicht 2000 Stellen

Sanierungspläne

Karstadt: 2000 Jobs werden gestrichen

Essen - Der Warenhauskonzern Karstadt plant den Abbau von 2000 Stellen. Die Mitarbeiter sollen am Dienstag informiert werden.

Der Warenhauskonzern will durch den Stellenabbau Kosten sparen und wettbewerbsfähig bleiben. Derzeit hat der Essener Konzern rund 25.000 Beschäftigte. Der Stellenabbau soll bis zum Ende des Jahres 2014 in zwei Phasen erfolgen. Dabei will Karstadt so sozialverträglich wie möglich vorgehen. Geplant seien Frühpensionierungen, die Nichtverlängerung von befristeten Verträgen sowie der freiwillige Austritt von Beschäftigten aus dem Unternehmen.

"Es droht keine Schließungswelle"

Karstadt-Chef Andrew Jennings begründete die Einschnitte mit dem Konzernumbau und einem schwierigen Geschäftsumfeld wegen der Euro-Krise. Die Zahl der Karstadt-Filialen soll aber unverändert bleiben. Alle Häuser lieferten gegenwärtig einen positiven Ergebnisbeitrag. Auch ein Teilverkauf, etwa die Trennung von den Premium-Filialen, sei nicht geplant. „Wir machen das nicht, weil wir das wollen, aber aus geschäftlicher Sicht haben wir keine andere Wahl“, sagte Jennings vor Hunderten Mitarbeitern der Konzernzentrale in Essen.

Karstadt war 2009 in die Insolvenz gerutscht und dann ein Jahr später von dem Investor Nicolas Berggruen übernommen worden. Zur Rettung des Unternehmens hatten die Karstadt-Mitarbeiter zeitlich befristete Kürzungen beim Gehalt in Kauf genommen, die Vermieter der Häuser stimmten Mietsenkungen zu. Der Sanierungstarifvertrag läuft nun Ende August 2012 aus, dann werde Karstadt wieder zum Flächentarifvertrag des Einzelhandels zurückkehren, sagte Jennings. Das Mietniveau der Häuser sei hingegen dauerhaft gesenkt worden.

Konkrete Zahlen zur Ertragslage des Unternehmens wollte Jennings nicht nennen. Karstadt mache aber sehr gute Fortschritte und sei auf dem richtigen Weg. Bis 2015 würden 60 der 83 Häuser neu aufgestellt, sagte er in der „FAZ“. Heute seien bereits 24 Filialen modernisiert worden. Bislang habe Karstadt 160 Millionen Euro investiert in die Häuser, neue Technologien und bessere Infrastruktur. Das gesamte Investitionsvolumen belaufe sich auf rund 400 Millionen Euro.

Verdi: "Völlig falsches Signal"

Die Mitarbeiter sollen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Dienstag über den Stellenabbau informiert werden. Die Gewerkschaft kritisierte die Pläne von Karstadt-Chef Andrew Jennings als “völlig falsches Signal an die Belegschaft und die Kunden“. Karstadt brauche motivierte und engagierte Mitarbeiter, sagte Verdi-Sprecher Christoph Schmitz der dpa.

Statt Stellen zu streichen, müssten die Unternehmensführung und Investor Nicolas Berggruen mehr Geld in die Modernisierung investieren, forderte dagegen Verdi. Dies gelte vor allem für die klassischen Warenhäuser.

dpa

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