Karstadt will Immobilien und Schulden loswerden

- Düsseldorf - Der Handelskonzern Karstadt-Quelle will durch den Verkauf seines milliardenschweren Immobilienbesitzes mit einem Schlag schuldenfrei werden. Konzernchef Thomas Middelhoff sagte, das Traditionsunternehmen prüfe derzeit sowohl den Verkauf oder Teilverkauf der Warenhäuser in besten Innenstadtlagen als auch einen Börsengang seiner Immobiliensparte. Schon Ende 2006 könne so der Schuldenberg von derzeit noch fast 3 Milliarden Euro abgetragen sein.

Ziel sei es, Karstadt-Quelle bis Ende 2006 zu einem Konzern mit einem Umsatz von 17 bis 18 Milliarden Euro zu machen, der rentabel und schuldenfrei sei, sagte Middelhoff. Die Sanierung des Handelsriesen wäre damit innerhalb von zwei Jahren praktisch abgeschlossen.

Der Zeitpunkt für den Verkauf des Karstadt-Tafelsilbers - der Wert der Immobilien wird auf rund 3 Milliarden Euro geschätzt - ist nach Meinung des Managers derzeit günstig. Denn durch die große Nachfrage der Investmentfirmen und Immobilienfonds würden sehr hohe Preise für Immobilien gezahlt.

Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, dass es bereits ein Paket von 40 Logistikimmobilien für deutlich mehr als 400 Millionen Euro an Investorengruppen verkauft hat. Zu den verkauften Objekten gehören unter anderem das Quelle-Logistikzentrum in Leipzig sowie das regionale Warenverteilzentrum in München.

Middelhoff zog zum Jahresende eine positive Bilanz. Auch das Weihnachtsgeschäft laufe sehr gut. "Jetzt geht es nicht mehr so sehr um Rettung und Sanierung, jetzt geht es um rentables Wachstum für Karstadt-Quelle." Dabei plane das Unternehmen auch wieder Akquisitionen.

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