Karstadt-Betriebsratschef kritisiert Aktionäre

- Düsseldorf - Trotz des Widerstands einiger Aktionäre rechnet Karstadt-Quelle-Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff fest mit der dringend notwendigen Kapitalerhöhung für das Unternehmen. Dabei setzt der Manager offenbar auf eine Verhandlungslösung. Für eine juristische Auseinandersetzung fehle einfach die Zeit, sagte er der "Wirtschaftswoche".

Aus seiner Verärgerung über das Vorgehen einiger Kleinaktionäre machte der Manager keinen Hehl: "Solche Aktivitäten helfen natürlich nicht, die momentanen Probleme zu lösen. Gewiss muss es eine eigenständige Aktionärsentscheidung geben, aber in diesem Falle hängen daran fast 100 000 Arbeitsplätze." Auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Pokriefke kritisierte die "Blockierer", die darauf aus seien, Geld abzuzocken, rechnet aber nicht mit einem Scheitern der Kapitalerhöhung. "Keiner kann die Verantwortung übernehmen, kein Mensch. Wer das tut, handelt unwahrscheinlich leichtfertig daran, ein Unternehmen herunterzufahren, das mit 100 000 Beschäftigten in dieser Republik seinen Platz hat."<BR><BR>Middelhoff zeigte sich optimistisch, was die Zukunftsaussichten von Europas größtem Warenhaus- und Versandhandelskonzern angeht. Das Potenzial sei viel größer, als es derzeit in der Öffentlichkeit erscheine. Bald würden die ersten Erfolge der Restrukturierung sichtbar werden: eine Verbesserung des operativen Geschäfts und ein Ende der Umsatzerosion. In fünf bis zehn Jahren werde Karstadt moderner und zeitgemäßer, aber mit kleinerem Sortiment am Markt präsent sein, sagte Middelhoff.

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