Karstadt-Konzept kommt im Jahr 2006 auf den Prüfstand

- Essen - Bei der Einigung zur Sanierung des angeschlagenen Handelskonzerns Karstadt-Quelle sind nach Ansicht der NRW-Landesbezirksleitung der Gewerkschaft Verdi die maßgeblichen Forderungen der Arbeitnehmerseite umgesetzt worden. Es seien zwar bittere Pillen zu schlucken gewesen, sagte Lieselotte Hinz, stellvertretende Verdi-Landesfachbereichsleiterin Handel, vor Karstadt-Quelle-Mitarbeitern am Konzernsitz in Essen. Es sei aber gelungen, tausende Kündigungen zu verhindern.

Unterdessen kündigte Karstadt-Quelle-Chef Christoph Achenbach an, den aktuellen Sanierungsplan für den angeschlagenen Handelsriesen 2006 zu überprüfen. "Wir werden die Maßnahmen spätestens in 18 Monaten auf den Prüfstand stellen", sagte Achenbach dem "Handelsblatt".

Ziel sei es, künftig nicht mehr in "Alles-oder-Nichts-Situationen" zu kommen, sondern Fehlentwicklungen frühzeitiger zu bereinigen. Achenbach bekräftigte seine Zusicherung, dass nach dem in einem Verhandlungsmarathon geschlossenen Beschäftigungspakt betriebsbedingte Kündigungen grundsätzlich ausgeschlossen seien, schränkte aber ein, dass es in den 77 auszugliedernden kleineren Karstadt-Häusern Ausnahmen gebe könne.

Achenbach erklärte gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), dass Karstadt-Quelle "mindestens die Hälfte" der 5500 geplanten Stellenstreichungen schon im nächsten Jahr umsetzen will. Die Übernahme der Logistik-Aktivitäten des Konzerns wird sich nach WAZ-Informationen zwischen der Post-Tochter DHL und Kühne & Nagel entscheiden.

Auch interessant

Kommentare