Karstadt-Quelle hält trotz Rosskur an Standorten fest

- Essen - Der Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle will trotz seines neuen Sparkurses an den bisherigen Standorten festhalten. "Es gibt keinen aktuellen Plan zur Schließung von Warenhäusern und Fachgeschäften", sagte Konzernsprecher Jörg Howe. Lediglich drei Häuser seien unter anderem durch auslaufende Mietverträge betroffen. Diese Schließungen seien aber bereits seit längerem beschlossen gewesen.

<P>Der Konzern hatte aufgrund der anhaltenden Handelsflaute den Abbau von 4000 Arbeitsplätzen innerhalb der Warenhaus AG (Karstadt, Sinn-Leffers, Wehmeyer, Runners-Point) bis zum Jahr 2006 angekündigt. Die Zahl kann im Gesamtkonzern aber noch steigen. Alle Ressorts, darunter auch der Versandhandel, sollen dabei auf den Prüfstand.<BR><BR>Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verlangt jetzt ein Gesamtkonzept, um sowohl den stationären Einzelhandel als auch den Versandhandel wieder auf Kurs zu bringen. "Wir befürchten, dass es mit den 4000 Arbeitsplätzen noch nicht zu Ende ist", sagte Einzelhandels-Expertin Lieselotte Hinz von Verdi Nordrhein-Westfalen. "Da kann Karstadt aber nichts dafür", betonte Hinz. "Das ist die Krise der Branche." Offen ist für die Gewerkschaft, ob nicht doch Stellen im Verkaufsbereich gestrichen werden. Bislang solle das im Zuge des Projekts "Zero Base" in der Verwaltung und Bereichen wie der Dekoration geschehen.<BR><BR>Der Handelsriese will Pläne für den Gesamtkonzern nicht vor Oktober vorlegen. Der neue Vorstandsvorsitzende Christoph Achenbach hat sich 100 Tage für eine Bestandsaufnahme erbeten. Zusammen mit dem neuen Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff will er den Konzern wieder flott machen.<BR><BR>Karstadt-Quelle mit seinen rund 100 000 Beschäftigten war nach einem schwachen Jahr 2003 auch ins neue Jahr schlecht gestartet. Im ersten Quartal vergrößerte sich der Konzernverlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als das Vierfache auf 110 Millionen Euro. Verantwortlich waren die Kerngeschäftsfelder stationärer Einzelhandel und Versandhandel. Auch in den Folgemonaten lief das Geschäft schlecht. Die Warenhaus-Tochter will nun allein über den angekündigten Stellenabbau 145 Millionen Euro einsparen.<BR><BR>Der Aktienmarkt reagierte verhalten auf die Bekanntgabe des Stellenabbaus. Die Papiere schlossen im M-Dax mit einem Minus von 1,08 Prozent auf 17,35 Euro. <BR><BR></P>

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