Karstadt-Quelle: Kapitalerhöhung nach Widerspruch auf der Kippe

- Düsseldorf - Die Zukunft des angeschlagenen Handelskonzerns Karstadt-Quelle steht wieder auf Messers Schneide: Durch den Widerspruch zweier Aktionäre gegen die geplante Kapitalerhöhung droht dem Konzern nach den Worten von Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff doch noch der Absturz in die Insolvenz. "Wenn die Kapitalerhöhung blockiert wird, ist das existenzgefährdend für die Gesellschaft", warnte Middelhoff auf der außerordentlichen Hauptversammlung. "Dann droht die Insolvenz."

<P>Die 16 Gläubigerbanken wollen bei Widersprüchen von Aktionären gegen die Kapitalerhöhung die 500-Millionen-Euro-Transaktion platzen lassen. Dabei ist Karstadt-Quelle darauf angewiesen, die Kapitalerhöhung um umgehend durchzuführen, um die Eigenkapitalquote von 1 Prozent aufzustocken und um Zugriff auf die vereinbarten Kreditlinien (1,75 Milliarden Euro) zu erhalten.<BR><BR>"Wir müssen sie davor warnen, Widerspruch gegen den Kapitalerhöhungsbeschluss einzulegen und die Kapitalerhöhung zu blockieren", sagte Middelhoff. Der Aktionär verstoße sonst gegen seine Treuepflicht und mache sich schadensersatzpflichtig.<BR><BR>Doch hielten die beiden Aktionäre zunächst an ihrem Widerspruch fest. Nach Angaben von Konzernsprecher Jörg Howe müssten die Widersprüche spätestens bis Freitag zurückgezogen werden. Sonst sei die Kapitalerhöhung gefährdet. Doch zeigte sich der Konzernsprecher zuversichtlich, dass es nicht so lange dauern werde. Die Aktie des Konzerns brach um 3,65 Prozent ein. Bis zum Abend hatte die Hauptversammlung noch nicht über die Kapitalerhöhung abgestimmt. Doch galt eine deutliche Mehrheit angesichts der Haltung der Großaktionäre als sicher.<BR>Ohnehin wird Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern für die Rückkehr in die Gewinnzone mehr Zeit brauchen als zunächst erwartet. Der Konzern werde voraussichtlich erst im Jahr 2006 wieder ein positives Betriebsergebnis (EBTA) ausweisen, ein Jahr später als bislang erhofft, sagte Achenbach. 2005 werde voraussichtlich lediglich der Break-Even erreicht werden. Hintergrund der schwachen Ergebnisentwicklung sind nach Konzernangaben die anhaltende Konsumflaute und die Umsatzeinbußen durch die öffentliche Diskussion um die Karstadt-Krise.<BR><BR>Unterdessen trennt sich der angeschlagene Handelskonzern von seiner Mehrheitsbeteiligung an den deutschen Filialen der Kaffeehauskette Starbucks. Das Kultunternehmen aus Seattle übernehme die 82-prozentige Beteiligung von Karstadt am Gemeinschaftsunternehmen und werde die 37 Filialen in Deutschland allein weiterführen, berichtete Achenbach.<BR><BR>Der Konzern beendet damit einen verlustreichen Ausflug in ein ihm eher fremdes Geschäftsfeld - allerdings mit Verlust. Der Kaufpreis liege aber bei mehr als 50 Prozent des investierten Kapitals von insgesamt 36 Millionen Euro, hieß es in Düsseldorf.<BR><BR>Der geplante Verkauf von anderen Unternehmensteilen kommt dagegen offenbar nicht so schnell voran wie erhofft. "Da die gebotenen Preise für einzelne Objekte teilweise noch nicht unseren Vorstellungen entsprechen, werden wir zunächst noch mit der Veräußerung warten und weitere Angebote einholen", sagte Achenbach.</P>

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