Karstadt-Quelle: Middelhoff sieht erste Sanierungs-Erfolge

- Düsseldorf - Der angeschlagene Handelsriese Karstadt-Quelle hat ein Jahr nach seinem Beinahe-Zusammenbruch laut Konzernchef Thomas Middelhoff die größten Hürden bei der Sanierung genommen. Es sei gelungen, den freien Fall bei Umsatz und Ergebnis zu stoppen, sagte der Manager. "Wir haben den Konzern wieder unter Kontrolle gebracht."

Es handele sich um eine der größten und umfangreichsten Sanierungsaufgaben Deutschlands, betonte der Manager. Doch inzwischen seien deutliche Erfolge zu erkennen. Die Zahl der Mitarbeiter sei um 25 000 reduziert, die Rohertragsquote und der Gewinn seien gesteigert und die Schulden deutlich verringert worden. Die Zahlen der ersten neun Monate spiegeln die Situation des Handelsriesens zwischen Krise und Erholung wider. So sank der bereinigte Umsatz in den ersten neun Monaten um 7,8 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Dennoch gelang es dem Unternehmen, sein Betriebsergebnis (Ebitda) um 25,5 Prozent auf 158 Millionen Euro zu steigern.

"Problemkind" bleibt die Versandhaussparte. Bei Quelle und Neckermann brach der Umsatz in den ersten neun Monaten um mehr als 8 Prozent ein. Mit der Folge, dass Karstadt-Quelle bereits im Sommer seine Ergebnisprognosen deutlich nach unten korrigieren musste. Nun soll jedoch entschieden gegengesteuert werden - nicht zuletzt zu Lasten des Personals. "Wir müssen die Infrastruktur an die Marktgegebenheiten anpassen", sagte Finanzvorstand Harald Pinger. Mit dem Betriebsrat sei bereits eine prinzipielle Einigung darüber erzielt worden.

Hoffnungen setzt Karstadt-Quelle auf den Internet-Handel. Der Konzern werde bei seinen Versandhaustöchtern Quelle und Neckermann künftig dieses Geschäft forcieren und dafür die traditionellen Kataloge deutlich zurückfahren, sagte Pinger.

Im Warenhausgeschäft sieht sich Karstadt-Quelle nach der Abgabe von 74 kleineren Warenhäusern wieder gut positioniert. In den ersten neun Monaten hätten die verbliebenen 90 Karstadt-Filialen deutlich besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt, betonte Middelhoff. "Das Warenhaus hat Zukunft."

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