Karstadt-Quelle-Chef: Neuausrichtung ohne Tabus

- Essen - 120 Tage nach seinem Amtsantritt will Karstadt-Quelle-Chef Christoph Achenbach nun die Karten auf den Tisch legen. Mit einer "Neuausrichtung ohne Tabus" will der 46-jährige Manager Europas größten Warenhauskonzern nach tiefroten Zahlen in der Vergangenheit wieder auf Kurs bringen. Das mit Spannung erwartete Sanierungskonzept soll am Montagabend zunächst dem Aufsichtsrat präsentiert werden, bevor die Öffentlichkeit am Dienstag informiert werden soll.

Achenbach ist innerhalb von nur vier Jahren der dritte Konzernchef, der versucht, bei dem angeschlagenen "Dampfer" Karstadt-Quelle das Ruder herumzureißen. Bei einer Hauptversammlung im Jahr 2000 hatte zunächst der langjährige Konzernlenker Walter Deuss seinen Sessel vor dem Hintergrund fallender Börsenkurse und einer verfehlten Fusionsprognose überraschend räumen müssen. Seinem Nachfolger Wolfgang Urban gelang die erwartete Kursänderung jedoch nicht.<BR><BR>Während Analysten nun von dem neuen Chef einen "drastischen Rundumschlag" mit harter Hand fordern, muss Achenbach nun auch der Belegschaft die bittere Pille schmackhaft machen. Zusammen mit Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff wird er dabei das mehr als 100 Jahre alte Konzept der Warenhäuser in den Innenstädten gründlich auf den Prüfstand stellen müssen.<BR><BR>Der Abbau von mindestens 4000 der 47 000 Stellen im Warenhausbereich gilt bereits als sicher. Doch mehr als jedes siebte der 188 Kaufhäuser schreibt rote Zahlen, viele Häuser gelten zudem als zu klein. Viele Kunden zieht es auch an die Kassen der Discounter auf der grünen Wiese, die schon lange nicht nur Lebensmittel verkaufen.<BR><BR>

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