Kartellamt ermittelt gegen Milchbauern-Boykott - Versorgung sicher

Bonn - Das Bundeskartellamt hat wegen des Aufrufs zum Milch- Lieferstopp offizielle Ermittlungen gegen den Bundesverband der Milchviehhalter (BDM) aufgenommen. Es werde überprüft, ob der Tatbestand des Boykottaufrufs erfüllt sei, sagte eine Sprecherin der Behörde am Mittwoch in Bonn.

Tausende Milchbauern liefern seit vergangenem Dienstag ihre Milch nicht mehr an die Molkereien, um einen höheren Preis zu erzwingen. Mehrere Molkereien wurden zudem blockiert. Nach der Auflösung der Straßensperren demonstrierten die Bauern am Mittwoch vor einigen Zentralen großer Handelsketten.

Vor den Zentralen von Aldi Nord in Essen und Aldi Süd in Mülheim/Ruhr versammelten sich am frühen Morgen Bauern mit ihren Traktoren. Vor dem Hauptsitz des größten deutschen Lebensmitteleinzelhändlers Edeka in Hamburg wollen die demonstrierenden Bauern in den nächsten Tagen eine Mahnwache einrichten. Sie fordern einen Milchpreis von 43 Cent je Litern.

Bundesweit sind alle Molkerei-Blockaden nach Angaben des Milchindustrieverbands wieder aufgelöst, nur die Zufahrt zu einem Betrieb im baden-württembergischen Rottweil sei noch versperrt. Die Blockaden seien binnen zwei bis drei Stunden nach der Räumungsempfehlung des BDM abgebaut gewesen. Ausreichende Lieferungen an die Supermärkte seien nun wieder gewährleistet, sagte der Sprecher des Einzelhandelsverbands, Hubertus Pellengahr, dem Nachrichtensender N24. Infolge der Blockaden sei die Versorgung in der Tat ins Stocken geraten.

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