Kartellamt genehmigt Megafusion in Abfallbranche

- Bonn - Das Bundeskartellamt hat einer Megafusion in der Abfallbranche grünes Licht erteilt: Die Remondis Beteiligungs GmbH (früher: Rethmann) darf die RWE Umwelt AG übernehmen. Das Kartellamt verband seine Entscheidung aber mit Bedingungen und scharfen Auflagen für den neuen Branchenführer, wie die Behörde am Freitag in Bonn mitteilte. Das Kartellamt verfolge insgesamt die zunehmende Konzentrationstendenz in der Entsorgungswirtschaft mit Sorge, erklärte Amtschef Ulf Böge.

Remondis war bislang das zweitgrößte Entsorgungsunternehmen Deutschlands. Branchenführer war bisher RWE Umwelt. Remondis übernimmt etwa 70 Prozent der RWE-Umweltsparte. Der Energiekonzern RWE hatte die Sparte zum Verkauf gestellt, da die Tochter nicht mehr zum Kerngeschäft gehört.<BR><BR>Nach der Entscheidung der Wettbewerbshüter muss Remondis eine Reihe von Auflagen erfüllen und Unternehmensbeteiligungen, Anlagen und Sammelverträge sowie insbesondere die Beteiligung an der Interseroh AG unwiderruflich veräußern. Bereits vor Anmeldung des Zusammenschlusses waren laut Kartellamt aus der RWE Umwelt rund 30 Prozent des inländischen Umsatzvolumens ausgegliedert worden. Auch ausländische Beteiligungen seien an Dritte veräußert worden.<BR><BR>Die Auflagen für Remondis betreffen vor allem den Altglasbereich, wo das Unternehmen sich von Sammelverträgen und Anlagen trennen muss. Bei den Märkten für Sammlung und Transport von Restmüll sowie auch auf anderen Gebieten sind laut Kartellamt bereits im Vorfeld erkennbare Wettbewerbsprobleme durch die Abspaltung von Aktivitäten der RWE Umwelt beseitigt worden.<BR><BR>Remondis erklärte, die Auflagen schnellstmöglich umsetzen zu wollen. "Mit der Übernahme sind wir im Kreislaufwirtschafts- und auch im Wasserbereich zu der Führungsgruppe der europäischen Unternehmen aufgeschlossen. Wir glauben, dass wir die erreichte Position verteidigen und weiter ausbauen können", meinte der Vorstandsvorsitzende der Muttergesellschaft Rethmann AG & Co. KG, Hermann Niehues. Remondis zähle nach der Übernahme 15 000 Beschäftigte, die 2005 einen Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro erwirtschafteten.

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