Kartellamt kämpft für niedrigere Gaspreise

- Düsseldorf - Der Präsident des Bundeskartellamts, Ulf Böge, will die Marktmacht von Eon Ruhrgas in den kommenden Monaten begrenzen. Seine Initiativen würden sich für die Verbraucher noch in diesem Jahr in günstigeren Preisen niederschlagen, sagte Böge dem "Handelsblatt". Böge hatte in den vergangenen Monaten eine Reihe von Verfahren eingeleitet, die die Energiemärkte betreffen. Besonders die Lieferverträge, mit denen die Eon-Tochter Ruhrgas Stadtwerke und Regionalversorger langfristig an sich gebunden hat, sind dem Kartellamtschef ein Dorn im Auge. Nun will er das Problem kurzfristig lösen. Eine Entscheidung bei den Gaslieferverträgen stehe bevor, sagte Böge.

Eon-Chef Wulf Bernotat wies die Vorwürfe zurück. Marktmacht an sich sei nichts Unzulässiges. Das Einzige, was das Kartellamt beanstanden könne, sei ein Missbrauch von Marktmacht. "Und in diesem Punkt haben wir eben eine andere Auffassung als das Kartellamt", sagte er der Zeitung. Böges Forderungen gingen zu weit, sagte der Chef des größten deutschen Energiekonzerns.

Böge wünscht sich auch mehr Wettbewerb im Strommarkt, der im Wesentlichen von den vier großen Anbietern Eon, RWE, Vattenfall und EnBW beherrscht wird. Der hohe Konzentrationsgrad unter den Stromerzeugern und hohe Hürden für neue Anbieter trügen ganz erheblich zu den hohen Strompreisen bei, kritisiert Böge.

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