Kartellamt rügt Versorger

- Frankfurt - Gaskunden in Deutschland können zwar seit Samstag ihren Gasanbieter frei wählen, doch fehlen bislang die Angebote für einen möglichen Wechsel. Stattdessen müssen sich viele Haushalte, die mit Gas heizen, erneut auf höhere Preise einstellen, so der Verbraucherdienst Verivox.

Zum 1. April erhöhten mehr als 30 Gasversorger, darunter auch die Stadtwerke München (wir berichteten), die Tarife. Angesichts dieser Entwicklung forderte Kartellamtschef Ulf Böge die deutschen Strom- und Gaskonzerne auf, einen echten freien Wettbewerb zuzulassen.

"Der Wettbewerb im Gas- und Strombereich funktioniert einfach nicht", sagte Böge. Auf dem Gasmarkt gebe es "einfach einen zu hohen Konzentrationsgrad". Das spreche nicht dafür, dass die Unternehmen von sich aus einen starken Wettbewerb wollten. Sieben überregionale Gasanbieter, darunter Deutschlands größter Energieversorger Eon, verpflichteten sich damals auf Druck des Bundeskartellamtes, den Kunden in ihren Versorgungsgebieten bereits ab dem 1. April den Wechsel zu anderen Gaslieferanten zu ermöglichen.

Im Gegenzug stellte die Behörde Missbrauchsverfahren gegen die Unternehmen wegen überhöhter Preise ein. Am 1. Oktober 2006 soll nach dem Willen der Bundesnetzagentur der Wettbewerb auf dem Gasmarkt wirklich beginnen -mit einer einfachen Durchleitungsregelung für alle Netze, die es den Versorgern ermöglicht, im ganzen Land Kunden zu werben.

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