Kartellamt verhängt Millionenstrafe

Bonn - Verbotene Absprachen über eine Zusatzgebühr kommt führende Verbände und Handelsgruppen der Baustoffbranche teuer zu stehen.

Das Kartellamt verhängte am Dienstag eine Geldstrafe von 13,36 Millionen Euro gegen die Hagebau-Gruppe, Europas größte Fachhandelskooperation Eurobaustoff sowie die zwei Baustoff-Fachhandelsverbände Verband Norddeutscher Baustoffhändler und Baustoff-Fachhandel Landsberg. Im Juli hatte die Aufsichtsbehörde in diesem Zusammenhang bereits neun Mörtelherstellern eine Geldstrafe von knapp 40 Millionen Euro auferlegt. Nach den Feststellungen des Kartellamts hat sich zwischen 2004 und 2005 fast die gesamte Mörtel-Branche in Deutschland abgesprochen, für das Aufstellen von Trockenmörtel-Silos über die eigentlichen Mörtelkosten hinaus eine zusätzliche neue “Silostellgebühr“ zu erheben.

Die betroffenen Verbände und Handelsgruppen sollen den Mörtelherstellern dabei ihre Unterstützung zugesagt und sich auf eine einheitliche Ertragsgebühr zu ihren Gunsten geeinigt haben. Die Absprachen, die zu Beginn des Jahres 2006 umgesetzt wurden, betrafen den Wettbewerbshütern zufolge den Absatz von Trockenmörtel-Silos bundesweit. Zwtl: Eurobaustoff weist Vorwürfe zurück Die Bußgeldbescheide sind laut Kartellamt noch nicht rechtskräftig. Eurobaustoff kündigte bereits an, Einspruch einlegen und alle zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen zu wollen. Nach Einschätzung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats sei der Bescheid völlig ungerechtfertigt, erklärte die Fachhandelskooperation. Der über 50 Seiten starke Bescheid lasse viel Raum für Auslegungen und werde derzeit einer juristischen Prüfung unterzogen.

dapd

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