Kassenfusion: Das ändert sich für die Versicherten

München - Mit der Fusion von DAK und BKK Gesundheit entsteht die drittgrößte Krankenkasse in Deutschland. Was Kassen-Zusammenschlüsse für die Versicherten bedeuten – hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen sinkt seit Jahren. Gab es Mitte der 90er-Jahre noch mehr als 1000 Versicherungen, sind es derzeit nur noch 150. Experten gehen sogar davon aus, dass sich die Zahl der Kassen in den nächsten Jahren auf etwa 50 reduziert. Der Zusammenschluss von DAK und BKK Gesundheit ist also sicher nicht die letzte Fusion.

Kann ich mit meiner Chipkarte weiterhin zum Arzt gehen?

Die Chipkarte bleibt vorerst gültig. Erst wenn die Karte abläuft, bekommen die Versicherten eine neue Krankenversicherungskarte der fusionierten DAK-Gesundheit.

Habe ich durch die Fusion ein Sonderkündigungsrecht?

Nein, ein Zusammenschluss ist kein Grund für eine Sonderkündigung. „Dieses greift nur dann, wenn die fusionierte Kasse einen Zusatzbeitrag erhebt, der zuvor nicht geleistet werden musste oder wenn die fusionierte Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht“, sagt Ann Marini vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Sowohl DAK als auch BKK Gesundheit verlangen derzeit einen Zusatzbeitrag von acht Euro im Monat. Ändert sich daran vorerst nichts, gibt es auch keinen Sonderkündigungsgrund. Die reguläre Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Das heißt: Wer jetzt kündigt, kann frühestens zum 1. Januar wechseln. Voraussetzung: Der Versicherte muss mindestens 18 Monate Mitglied in der alten Kasse gewesen sein. Für einige Wahltarife gelten zudem längere Kündigungsfristen.

Was ändert sich bei den Leistungen?

Mehr als 90 Prozent der Kassenleistungen sind gesetzlich vorgeschrieben. Hier ändert sich durch eine Fusion nichts. „Nachteile kann es allerdings bei den Extraleistungen geben“, sagt Ilona Köster-Steinebach, Gesundheitsexpertin beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. Dazu zählen Zuschüsse zu Gesundheitskursen, Geld für Haushaltshilfen oder die Kostenerstattung für homöopathischen Behandlungen. Mit den Zusatzleistungen versuchen die Kassen, sich von der Konkurrenz abzuheben. Bei Fusionen wird oftmals das Leistungsangebot der größeren Kasse übernommen – Extras können dabei auf der Strecke bleiben. Welche Leistungen sich konkret ändern, darüber informiert die Kasse ihre Versicherten.

Was gilt für bereits begonnene Behandlungen?

Grundsätzlich fungiere die durch eine Fusion entstandene neue Kasse als Rechtsnachfolger der alten – mit allen Rechten und Pflichten, betont Marini vom GKV-Spitzenverband. „Bewilligte Leistungen werden also auch von der neuen Kasse finanziert.“

Was ändert sich bei den Wahltarifen?

Jede Kasse bietet verschiedene Wahltarife an – darunter Tarife mit Selbstbehalt. „Gibt es bei der fusionierten Kasse den bisherigen Tarif nicht mehr, wird der Versicherte in den Standardtarif zurückgestuft“, erklärt Köster-Steinebach. Die Gesundheitsexpertin warnt jedoch vor einer überstürzten Kündigung. „Ich rate zur Gelassenheit.“ Die Versicherten sollten zunächst in Ruhe das Angebot der neuen Kasse prüfen, bevor sie sich für einen Wechsel entscheiden.

Muss ich den Arbeitgeber über die Fusion informieren?

Der Versicherte bekommt nach der Fusion eine neue Mitgliedsbescheinigung. Diese müsse er dann seinem Arbeitgeber geben, erläutert Marini.

Von Steffen Habit

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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