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Katar soll einen zweiten Sitz im VW-Aufsichtsrat bekommen.

Katar wird im VW-Aufsichtsrat mächtiger

Wolfsburg - Der neue VW-Großaktionär Katar soll “bei nächster Gelegenheit“ einen zweiten Sitz im VW-Aufsichtsrat erhalten. Wer seinen Platz dafür räumen muss, ist noch nicht entschieden.

Das sagte ein Sprecher der niedersächsischen Staatskanzlei am Dienstag in Hannover und bestätigte einen Bericht des “Handelsblatts“. Er sagte aber zugleich, das Land könne dabei “beim besten Willen keinerlei Differenz“ zu den Familien Porsche und Piëch erkennen. Die Zeitung hatte berichtet, dem Porsche-Clan drohe ein “herber Rückschlag“ im Aufsichtsrat von Volkswagen.

Die Familien Porsche und Piëch, die derzeit knapp 51 Prozent an VW halten, haben insgesamt vier Sitze im VW-Aufsichtsrat, darunter ist Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Als unwahrscheinlich gilt, dass ein Vertreter der Familien Platz macht für einen zweiten Vertreter Katars. Als mögliche Kandidaten gelten vielmehr TUI-Chef Michael Frenzel, RWE-Chef Jürgen Großmann oder der frühere Eon-Manager Hans Michael Gaul. Das Emirat Katar, das 17 Prozent an VW hält, zieht demnächst mit zunächst einem Vertreter in den Aufsichtsrat ein.

Bei der VW-Hauptversammlung am 22. April soll der Vize-Chef der Katar Holding, Hussain Ali Al-Abdulla, von den Aktionären zum Mitglied des Gremiums gewählt werden. Er ersetzt Roland Oetker, Ehrenpräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Bereits seit dem vergangenen Herbst ist klar, dass Katar mittelfristig zwei Sitze im VW-Aufsichtsrat erhalten soll. Das Land Niedersachsen als zweitgrößter Aktionär mit 20 Prozent Anteil an VW hat ebenfalls zwei Sitze im Kontrollgremium. Katar war im Zuge des Übernahme-Machtkampfs zwischen VW und Porsche, den die Wolfsburger für sich entschieden hatten, Großaktionär sowohl bei VW als auch bei Porsche geworden. Der Stuttgarter Sportwagenbauer soll bis 2011 als zehnte Marke in den Konzern integriert werden.

dpa

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