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An Tiefpunkten mangelte es nicht im zu Ende gehenden Börsenjahr. Banken-Aktien waren die größten Verlierer.

Ein Katastrophen-Jahr geht zu Ende

München - 2008 wird als eines der schwärzesten Börsenjahre in die Geschichte eingehen. Die Finanzkrise schickte die Aktien weltweit auf Talfahrt. Vereinzelt gab es aber auch Ausreißer nach oben, wie die Börsenbilanz unserer Zeitung zeigt.

Finanzkrise führt zu Katerstimmung:Der Dax und andere Aktienindizes starteten nahe ihrer Allzeit-Höchststände ins Jahr 2008 – doch die gute Stimmung hielt nur wenige Tage an. Schon Mitte Januar rollte mit immer neuen Schreckensmeldungen aus dem Finanzsektor die erste Verkaufswelle an. Rekordverluste, Liquiditätsprobleme, Gewinnwarnungen und Pleiten internationaler Banken prägten in der Folgezeit das Geschehen. Bald griffen die Probleme auch auf die Realwirtschaft über. Die zweite massive Verkaufswelle folgte im Herbst nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers (15. September). Die Zusage staatlicher Hilfen und das Eingreifen der Notenbanken verhinderten noch Schlimmeres. Zum Jahresende stabilisierte sich die Lage etwas.

Dax mit Negativrekord: Auch die deutschen Blue-Chips folgten der weltweiten Baisse. Der Dax verlor im Jahresverlauf 43 Prozent, so viel wie zuletzt im Jahr 2002. Von etwa 8000 Punkten fiel er auf gut 4600. Das heißt, wer 10 000 Euro in den Leitindex gesteckt hat, dem blieben ungefähr nur noch 6000 übrig. Das Minus wäre noch deutlicher ausgefallen, wenn die Kurskapriolen der VW-Aktie den Index nicht gestützt hätten. Das Papier des Wolfsburger Autobauers legte zeitweise mehrere hundert Prozent zu und gewann im Jahresvergleich 70 Prozent. Hauptgrund für den Kursanstieg war die Übernahme durch Porsche, wodurch das Interesse an den Papieren zunahm. Dem Abwärtstrend konnte sich auch der Dax-Neuling K+S entgegenstemmen. Die Aktie des Düngemittelherstellers, der für Tui in die Eliteliga aufstieg, verlor nur geringfügig. Neu im Dax sind auch Salzgitter und Beiersdorf, für die Hypo Real Estate (HRE) und Continental den Platz räumen mussten. Oben auf der Liste der Dax-Verlierer stehen die Banken: Die Postbank, die Commerzbank und auch die Deutsche Bank verloren mehr als 70 Prozent. Schwächer waren nur HRE und Infineon, die jeweils um gut 90 Prozent abstürzten.

Nebenwerte auf Talfahrt: Deutlich fiel das Minus auch bei den Nebenwerten aus. Die Technologieaktien im Tec-Dax halbierten sich seit Jahresbeginn. Unter die Räder kamen die Solarwerte wie Conergy (-88%), Solon (-80%), QCells (-73%) und Solarworld (-64%). Gewinner im Tec-Dax war die Epcos-Aktie, die wegen der geplanten Übernahme durch TDK um 60 Prozent zulegen konnte. Die eher defensiven Titel aus dem M-Dax gaben im Jahresvergleich 45 Prozent ab. Mit ProSiebenSat.1, Arcandor und der Aareal Bank verloren drei Werte 80 Prozent ihres Wertes. Mit der deutschen Euroshop und der Norddeutschen Affinerie konnten sich nur zwei Titel im Plus halten. Positive Ausnahmen bei den deutschen Nebenwerten waren zwei Aktien aus dem C-Dax: Jerini (Biotechnologie) und der Münchner Medienvermarkter Arbomedia konnten 2008 ihren Wert mehr als verdoppeln.

Leitbörsen lassen Federn: Die weltweit bedeutenden Aktienindizes beendeten das Jahr allesamt mit einem kräftigen Minus. Die europäischen Leitindizes Stoxx50 und EuroStoxx50 büßten beide 45 Prozent ein. In Amerika, wo die Finanzkrise ihren Ursprung hat, war das Minus im Vergleich zu anderen Wirtschaftsräumen noch moderat: Der Dow Jones Industrial verlor „lediglich“ 36 Prozent. Die großen Verlierer dort waren General Motors (-85%), Citigroup (-75%) und der Aluminiumhersteller Alcoa (-73%). In Japan verlor der technologielastige Nikkei-Index mehr als 40 Prozent.

Island Flop – Tunesien Top:Im Schnitt verloren die weltweiten Indizes 42 Prozent. Besonders dramatisch war der Kurseinbruch in Island. Die Schlagzeilen um die Zahlungsunfähigkeit des Inselstaates ließen den Aktienindex OMX um mehr als 90 Prozent einbrechen. Ein dickes Minus verbuchte auch die Börse in Russland. Die Finanzkrise und der Einbruch der Öl- und Gaspreises schickten den RTX-Index um 70 Prozent in den Keller. Auch in einigen europäischen Staaten wie Irland, Österreich und Griechenland sah die Bilanz ähnlich düster aus. Für einen Lichtblick sorgte der Aktienmarkt in Tunesien: der Umbau der dortigen Wirtschaft und die Zollunion mit der EU ließen den Tunis-SE-Index um zehn Prozent steigen.

Florian Oehnbeck

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