Kaufen, färben, suchen, essen: Das Einmaleins der Ostereier

- Ein Ostern ohne Eier im Nest oder zumindest am Frühstückstisch können sich viele Menschen in Bayern kaum vorstellen. Warum eigentlich? Unsere Zeitung erklärt, wie es zu dem Brauch kam und gibt Ratschläge zum Einkauf von echten Hühnereiern und zum Selberfärben.

Warum eigentlich Eier an Ostern?

Das Osterei stammt wie das einst zum Frühjahrsbeginn gefeierte Osterfest selbst aus dem heidnischen Brauchtum. Das Ei galt schon früh in der Kulturgeschichte als Ursprung des Menschen oder gar des Universums. In der alten Kirche schenkte man sich dann am Ostermorgen hart gekochte und damit haltbar gemachte rot gefärbte Eier. Das harte, kalte Ei symbolisierte das durch einen Stein verschlossene Grab Jesu, andererseits deutete die rote Farbe des Blutes darauf hin, dass in ihm Leben enthalten ist. Doch das Osterei hat auch praktische Bedeutung: In der Fastenzeit war dem Gläubigen der Genuss von Fleisch und auch Eiern verboten. Mit dem Hartkochen konnte man sie über das Ende der Fastenzeit hinüberretten.

Der Zeichen-Wirrwarr auf der Eierschale

Verbraucher können im Supermarkt mit einem Blick erkennen, wo die Eier herkommen und wie die Hühner gehalten wurden. Seit 2004 gilt europaweit eine einheitliche Codierung, die auf der Schale aufgebracht ist. Der Code beginnt mit einer einzelnen Ziffer, dann folgt ein Länderkürzel ("DE" für Deutschland) und weitere Zeichen. Wichtig ist vor allem die erste Ziffer, die laut der Stiftung Warentest in Berlin folgende Herkunft beschreibt:

"0" steht für ökologische Erzeugung. Dabei ist Auslaufhaltung vorgeschrieben. "1" steht für Freilandhaltung: Neben dem Stall mit Sitzstangen, Nestern und Einstreu haben die Hühner tagsüber Auslauf im Freien. "2" steht für Bodenhaltung: Die Hühner werden im Stall gehalten und können sich dort frei bewegen. "3" steht für Käfighaltung. Die Tiere werden in übereinander gebauten Käfigen gehalten.

Wie lange bleiben Ostereier haltbar?

"Wer die gefärbten Eier auch noch nach Ostern essen will, sollte auf eine intakte Schale achten und die Eier möglichst im Kühlschrank aufbewahren", erklärt die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern in München, Heidrun Schubert. Wer die Eier selber kocht, sollte sie zehn bis zwölf Minuten im sprudelnden Wasser lassen und nicht wie üblich abschrecken. Denn durch den Kälteschock wird die Schale poröser und damit durchlässig für Keime. Makellose gekochte Eier lassen sich, so Schubert, gut drei Wochen aufbewahren.

Bunt und mit Muster: Achtung beim Färben!

Das Färben der Ostereier kam schon im 12. Jahrhundert auf und ist bis heute populär. Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gelten die in Deutschland zugelassenen Farbstoffe als unbedenklich. Beim Färben gelangen die Substanzen allerdings mitunter durch poröse Stellen der Eierschale ins Innere und werden so in geringen Mengen mitgegessen. Bei empfindlichen Menschen könnten allergische Reaktionen die Folge sein.

Wer auf künstliche Farbstoffe verzichten möchte, kann im Handel Farben kaufen, die aus Pflanzen gewonnen wurden. Sie sind laut DGE an den E-Nummern 100, 120, 140 und 132 erkennbar. Doch man kann die Farben auch selbst herstellen: Leuchtendes Gelb erreicht man beim Kochen von Kamille oder Kümmel. Zwiebelschalen schattieren die Eier gelb bis braun. Grüntöne sind mit Spinat oder Brennnesseln möglich. Rosa erreicht man mit Preiselbeeren.

Echte Ostereier: So gesund sind sie

"Im Ei steckt die geballte Kraft an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen", sagt Heidrun Schubert. Darauf weist auch das Bayerische Umweltministerium hin: Ein Ei decke 15 Prozent des täglichen Gesamteiweißbedarfs ab. Darüber hinaus liefert es den Angaben zufolge jede Menge Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Magnesium und Phosphor, aber auch Spurenelemente wie Zink, Jod, Fluor und Kupfer. Zudem liefere das Ei alle lebensnotwendigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

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