Kaufrausch: Jetzt soll Ladenschluss ganz fallen

- München - Trotz Sommer-Wetter, Pfingstferien-Beginn und Fußball-Länderspiel haben viele Händler in Deutschland Spitzenumsätze am ersten Samstag mit Öffnungszeiten bis 20 Uhr gemeldet. Der Handelsverband HDE sieht im guten Auftakt des extralangen Samstags ein Signal: Das Ladenschlussgesetz könne jetzt auch ganz fallen.

<P>Im Vergleich zum Vorjahr seien die Umsätze zum Teil zweistellig gestiegen, sagte der Sprecher der Handelsverbandes HDE, Hubertus Pellengahr. "Der Samstag ist jetzt unangefochten zum Einkaufstag Nummer eins geworden", betonte er. Die Läden durften erstmals bis 20 Uhr geöffnet haben, vier Stunden länger als bisher. </P><P>"Es scheint, dass es ein voller Erfolg ist", berichtete auch der Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels, Günter Gross. "Es wird sicher ein Umsatzplus geben - davon gehe ich felsenfest aus." Vor allem aus den Innenstädten meldeten die Geschäfte Besucherandrang bis in den Abend hinein, Läden in Randlagen waren häufig die Verlierer.<BR><BR>Die Geschäfte hätten zum Teil die Hälfte und mehr ihres Umsatzes in den letzten vier Stunden gemacht, sagte Pellengahr. Vielerorts beobachteten Händler eine deutliche Verschiebung des Kundenstroms in den Nachmittag. Renner waren vor allem Sommermode und leichte Schuhe. Der Handel setzt nun verstärkt auf eine gänzliche Abschaffung des Ladenschlussgesetzes. Das Rückgrat des Ladenschlussgesetzes sei gebrochen, sagte HDE-Präsident Hermann Franzen. Der HDE hätte nichts dagegen, wenn das Gesetz komplett abgesetzt würde, betonte er im Deutschlandradio.<BR><BR>Während Geschäftsführer großer Kaufhäuser in den Stadtzentren über deutliche Umsatzzuwächse jubelten, fehlten vielen Läden in Randlagen bereits am frühen Nachmittag die Kunden. In kleinen Städten, Gewerbegebieten und Vororten schlossen viele Geschäfte wie früher. Auch HDE-Chef Franzen räumte ein, dass die neuen Öffnungszeiten "wahrscheinlich doch Kunden verstärkt aus dem Umland in die City bringen" werden.<BR><BR>Bei den Arbeitnehmern sorgt die Neuregelung für schlechte Stimmung. In den Tarifverhandlungen für die rund 380 000 Beschäftigten des bayerischen Einzelhandels hatten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber bislang nicht auf Regelungen für die zusätzliche Samstagsarbeit einigen können. Streikaktionen blieben in München in den größeren Betrieben dennoch aus, auch in anderen Teilen Bayerns wurden keine größeren Aktionen bekannt.<BR></P>

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