"Kaum Erfolgs-Chancen für klagende Aktionäre"

- Die Aktie der Deutschen Telekom steht ungefähr wieder da, wo sie vor gut sieben Jahren im November 1996 bei ihrem Börsengang begann. Ein schwacher Trost für Aktionäre. Mit derzeit 15 Euro und ein paar Zerquetschten liegt sie bei nicht mal einem Sechstel ihres Höchstkurses vom Frühjahr 2000. Zur Telekom befragten wir Theo Kitz, Analyst bei der Münchner Bank Merck Finck & Co., Privatbankiers.

Toll Collect belastet die Deutsche Telekom mit 442 Millionen Euro. Wie viele solcher Flops kann sich der Konzern leisten?<BR><BR>Theo Kitz: Eigentlich keinen. Schon dass diese Rückstellungen gemacht werden mussten, ist schlimm genug. Davon abgesehen ist das Image natürlich auch wichtig. Die Telekom gibt Millionen für Werbung aus.<BR><BR>Zahlreiche enttäuschte Anleger klagen gegen die Telekom. Welche Kosten könnten auf das Unternehmen noch zukommen?<BR><BR>Kitz: Ich bin kein Jurist. Es entstehen auf jeden Fall die üblichen Anwaltskosten. Ansonsten glaube ich nicht, dass die Kleinaktionäre Erfolg haben werden, weil nichts zu beweisen ist. Das wird nach meiner Einschätzung auch so bleiben, solange die Analyse des Bundesrechnungshofes zu den Immobilien der Deutschen Telekom unter Verschluss bleibt.<BR><BR>Ist die T-Aktie für Anleger attraktiv?<BR><BR>Kitz: Wir raten Anlegern, die die Aktie schon gekauft haben, die Aktie weiter zu halten.<BR><BR>Wann wird die Deutsche Telekom wieder Dividende zahlen?<BR><BR>Kitz: Herr Ricke hat die Möglichkeit einer Dividende für 2004, die im Frühjahr 2005 gezahlt wird, in den Raum gestellt, und er betont regelmäßig, dass er nur verspricht, was er auch einhalten kann. Außerdem kann der Bund als größter Aktionär das Geld gut gebrauchen. Es gibt kaum ein Argument, warum nächstes Jahr keine Dividende gezahlt werden sollte.<BR><BR>Im Frühjahr 2000 lag der Höchstkurs bei 103,50 Euro. Wo sehen Sie die T-Aktie mittelfristig?<BR><BR>Kitz: Das ist schwer zu sagen. Es gibt neben der Geschäftslage der Telekom an sich viele Einflüsse, die Druck auf die Aktie ausüben können. Zum Beispiel, wenn der Bund verkauft, drückt das tendenziell den Kurs. Auf zwölf Monate von jetzt sehe ich den Aktienkurs der Telekom bei nicht mehr als 20 Euro. <BR><BR>Das Gespräch führte Christian Vordemann. <BR>

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