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Nach Einschätzung der IG Metall stecken viele Frauen während ihres gesamten Arbeitslebens in der Teilzeitfalle fest. Foto: Felix Kästle

Statistisches Bundesamt

Kaum Frauen in Vollzeitjobs bei Familien mit Kleinkindern

Frauen mit Kleinkindern und einem Vollzeitjob sind in Deutschland weiter die Ausnahme. Bei den meisten Paaren ist der Mann der Hauptverdiener. Die IG Metall sieht Handlungsbedarf.

Wiesbaden (dpa) - Der Vater verdient das Geld, die Mutter hat einen Teilzeitjob: Die klassische Arbeitsteilung gilt nach wie vor in den meisten Familien mit Kleinkindern in Deutschland.

Lediglich 10 Prozent der Mütter mit Sprösslingen unter drei Jahren hatten 2015 einen Vollzeitjob, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März mitteilte. Bei den Vätern waren es hingegen 83 Prozent. In Ostdeutschland waren allerdings deutlich mehr Mütter voll erwerbstätig (21 Prozent).

Nach Einschätzung der IG Metall stecken viele Frauen während ihres gesamten Arbeitslebens in der Teilzeitfalle fest. Die Gewerkschaft fordert ein Recht auf befristete Teilzeit und ein Rückkehrrecht in einen vollen Job.

Das Rückkehrrecht stehe im Koalitionsvertrag und müsse jetzt ohne weitere Verzögerungen umgesetzt werden, sagte Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, am Dienstag. "Ein zeitgemäßes Teilzeitrecht ist längst überfällig." Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hatte zum Jahresbeginn einen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine Befristung von Teilzeitverträgen vorsieht.

Nach Angaben der Wiesbadener Behörde hat bei gut der Hälfte (51 Prozent) der Paare mit Kleinkindern der Mann einen Vollzeitjob, die Frau war nicht erwerbstätig. Der umgekehrte Fall war mit 2 Prozent äußerst selten. Die Kombination Vater mit Vollzeitjob und Mutter in Teilzeitbeschäftigung gab es bei etwa einem Viertel der Paare. Bei 8 Prozent arbeiteten beide Elternteile voll.

Eine internationale Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kam jüngst zu dem Ergebnis: "Das Modell des männlichen Allein- beziehungsweise Hauptverdieners ist in Deutschland weiterhin vorherrschend." Zwar sind danach insgesamt 70 Prozent der Mütter erwerbstätig, aber nur 30 Prozent arbeiten Vollzeit. Bei Paaren mit mindestens einem Kind tragen Frauen den Angaben zufolge nur 22,6 Prozent zum Familieneinkommen bei. Das ist der schlechteste Wert in 15 ausgewählten Ländern. Entscheidend sind aus Sicht der OECD Betreuungsangebote für Kinder.

Mitteilung Bundesamt

IG Metall-Mitteilung

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