SAP kehrt zur Doppelspitze zurück und baut Vorstand um

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Walldorf (dpa) - Europas größter Softwarehersteller SAP baut seinen Vertriebschef Léo Apotheker zum neuen Konzernchef auf. Für eine Übergangszeit von etwas mehr als einem Jahr werden Henning Kagermann und Apotheker gleichberechtigte Vorstandsvorsitzende sein.

Das sagte Aufsichtsratschef Hasso Plattner am Mittwoch in Walldorf. Der Vertrag des 60-jährigen Kagermann läuft Mai 2009 aus. Dann soll Apotheker den alleinigen Vorstandsvorsitz übernehmen.

"Henning Kagermann hat den Aufsichtsrat um die Bestellung von Léo Apotheker zum gleichberechtigten Vorstandssprecher gebeten, um ihn noch während seiner Amtszeit bestmöglich auf die Nachfolge vorzubereiten", erklärte Mit-Unternehmensgründer Plattner. Die Ernennung des 54-Jährigen gilt mit sofortiger Wirkung. Gleichzeitig wurden drei neue Vorstandsmitglieder berufen, die zum 1. Juli ihre Arbeit im Führungsgremium des Softwarekonzerns aufnehmen werden.

Jim Hagemann Snabe wird im Vorstand künftig für die Technik- und Produktentwicklung zuständig sein. Bill McDermott leitet als Nachfolger von Apotheker den Vertrieb des DAX-Konzerns und Erwin Gunst soll für die Effizienz des operativen Geschäfts sorgen. Damit wird der Vorstand auf zehn Mitglieder erweitert. "Angesichts der anstehenden Herausforderungen für den Firmenchef und das neue Team ist Léo Apotheker ein idealer Vorstandssprecher und damit auch mein Wunschkandidat für die Nachfolge von Kagermann", sagte Plattner.

Mit der Ernennung zweier Vorstandsvorsitzender setzt SAP eine langjährige Tradition fort. Beim Übergang von Plattner auf Kagermann führten beide die Softwareschmiede gemeinsam von 1998 bis 2003. Auch Plattner war als letzter SAP-Chef aus der Gründerriege von 1997 bis 1998 Co-Chef zusammen mit seinem Vorgänger Dietmar Hopp.

Hopp begrüßte die Rückkehr zur Doppelspitze derweil als richtige Entscheidung des Managements. "Ich habe das Modell bei SAP eingeführt und mit Hasso Plattner praktiziert, als meine Entscheidung für den Rückzug aus dem Vorstand feststand", sagte er der Deutschen Presse- Agentur dpa in St. Leon-Rot. "Ich halte das Modell, zwei gleichberechtigte Verantwortliche an der Unternehmensspitze zu haben, auch grundsätzlich für gut." Ob es jedoch auf Dauer notwendig sei, müsse jede Firma einzeln für sich selber prüfen.

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