Keimfreies Wasser ohne Chemie

- Greifenberg - Für viele Entwicklungsländer bringt die Technik der Inge AG ein Stück Hoffnung. Das Unternehmen sorgt für Sauberkeit im Wasser - und das so gut, dass sogar Flusswasser trinkbar wird. Viren und Bakterien bleiben in den Filtern hängen, die der Greifenberger Betrieb herstellt. Die Imbisskette McDonald's will weltweit auf das System vom Ammersee setzen - insbesondere in Ländern, in denen Leitungswasser mit Vorsicht genossen werden muss. Doch nicht nur dort kommt Inge gut an.

<P>Seit die Trinkwasserverordnung strengere Maßstäbe anlegt, empfiehlt sich auch Deutschland als Wachstumsmarkt für die innovative Ultrafiltrationstechnologie des oberbayerischen Betriebs. "Wir können jedes Wasser keimfrei machen - zu 100 Prozent und ohne Zusatz von Chemikalien", verspricht Michael Hank (32), Vorstand der im August 2000 gegründeten Inge AG mit Sitz in Greifenberg am Ammersee.</P><P>Das Verfahren ist ebenso einfach wie effektiv: Bevor das Wasser ins Netz eingespeist wird, durchläuft es die Filter, deren Poren mit 10 bis 20 Nanometern so klein sind, dass Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien schlicht zurückgehalten werden. Chancenlos sind damit auch chlorresistente Keime. "Das, die verhältnismäßig niedrigen Kosten und die einfache Anwendung sind der Vorteil gegenüber herkömmlichen Verfahren", sagt Hank. "Die Filter müssen an Schläuche angeschlossen und alle sieben Jahre ausgetauscht werden."</P><P>Die Bürger im bayerischen Jachenhausen kommen auf diese Weise ebenso erfolgreich zu keimfreiem Wasser wie die 15 000 Einwohner des Indianerdorfs Pakua in Kanada oder die Kinder einer Klosterschule in Thailand. Und wer bei McDonald's in Peking Softeis isst oder Cola trinkt, kann dies ebenfalls guten Gewissens tun: Der Grundstoff Wasser ist absolut rein. "McDonald's will das Verfahren weltweit einsetzen - überall wo es Trinkwasserprobleme gibt", freut sich Michael Hank.</P><P>Weltweit bieten sechs Unternehmen diese Technologie an, die Inge AG ist das einzige in Deutschland. Da der Gesamtumsatz an Ultrafiltrations-Membranen bis 2010 weltweit auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt wird, hofft das mittelständische Unternehmen mit derzeit 35 Mitarbeitern und Niederlassungen in China, in den USA und in Holland auf ein dickes Stück vom Kuchen. "Für die nächsten zwölf Monate arbeiten wir an einem Projektvolumen von 50 Millionen US-Dollar", verrät der Inge-Vorstand. Er hat vor, auf seinem Gebiet die Nummer eins zu werden.</P><P>Hilfreich könnte dabei die seit Januar geltende, strengere Trinkwasserverordnung sein. "Viele Gemeinden, die Investitionen in ihre Anlagen vor sich hergeschoben haben, sehen jetzt ersten Handlungsbedarf", weiß Michael Hank. So wird die Inge AG in nächster Zeit nicht nur die mobilen Trinkwasseraufbereitungsanlagen des chinesischen Katastrophenschutzes mit Filtern bestücken, sondern sieht auch in Deutschland Absatzmöglichkeiten. Das Trinkwasserwerk Roetgen bei Aachen, das drei Millionen Menschen versorgt, plant nach erfreulichen Testergebnissen den Bau einer Ultrafiltrationsanlage.</P><P> </P>

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