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Bisher fliegt Talarion nicht. Ohne eine Zusage von Bundesmitteln kann EADS die Drohne nicht fertigentwickeln.

Kein Geld vom Bund – Bayern fürchtet Aus für Talarion

Manching – Das vom Luftfahrtkonzern EADS und dessen Rüstungstochter Cassidian geplante Drohnen-Projekt Talarion ist offenbar akut gefährdet.

Im Entwurf des Bundeshaushalts für 2012 ist bisher im offiziellen wie im vertraulichen Teil kein Geld konkret für das Projekt eingestellt. „Es gibt dafür keinen Ansatz, keinen Titel“, bestätigt der CSU-Haushaltsexperte Herbert Frankenhauser.

Verteidigungs- und Wirtschaftspolitiker aus Bayern schlagen deshalb Alarm. Sie sehen mittelfristig tausende Arbeitsplätze in Bayern in Gefahr. „Wenn es kein klares Bekenntnis zum Projekt Talarion gibt, riskieren wir einen dramatischen Hightech-Verlust in Bayern“, sagte der CSU-Bundestagsabgeordnete Florian Hahn unserer Zeitung. Mittelfristig gehe es um 3000 Stellen „und um die Frage, ob Flugzeugbau im Freistaat eine Zukunft hat“.

Dramatischer noch sieht Bernhard Stiedl von der IG Metall in Ingolstadt die Lage. Die Zulieferer eingerechnet befürchtet er einen Verlust von insgesamt 25 000 Arbeitsplätzen und ein Ende der militärischen Luftfahrtindustrie in Deutschland. Auch SPD-Politiker forderten jüngst mehr Tempo für Talarion. Experten fürchten, die Entwicklung könnte dem Spardruck im Verteidigungsetat zum Opfer fallen; die EADS-Sparte Cassidian werde das Programm ohne ein klares Bekenntnis des Bundes in Kürze einstellen, erwarten sie.

Talarion ist für die EADS gewissermaßen ein Nachfolger für den Eurofighter. Cassidian will damit die Konkurrenten aus Israel und den USA trotz deren jahrelangen Vorsprungs bei unbemannten Flugzeugen überholen. Allerdings bereiten auch EADS-Konkurrenten in Europa ein britisch-französisches Drohnenprojekt vor.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) mahnt eine Berliner Entscheidung „in den nächsten Monaten“ an: „Es muss schnell gehen. So viel Zeit ist schon durch Versäumnisse früherer Verteidigungsminister verloren gegangen.“ Die Firmen vor allem am bisherigen Eurofighter-Standort Manching müssten Planungssicherheit bekommen. Er verlangt, einen Haushaltstitel für die Entwicklung unbemannter Systeme konkret für Talarion einzusetzen. Der CSU-Abgeordnete Hahn fordert nun von der Parteispitze, auf oberster Ebene bei Kanzlerin Merkel im Berliner Koalitionsausschuss für Talarion zu kämpfen. Die Drohne sei klar im Koalitionsvertrag festgeschrieben, sagt Hahn.

EADS will zu den Diskussionen nicht Stellung nehmen. Der Konzern verhandelt derzeit mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière über dessen Kürzungspläne bei anderen Rüstungsprojekten. Da viele davon längst besiegelt sind, kommt der Minister aus den Verträgen nur heraus, wenn er an anderer Stelle Zugeständnisse macht. Eines der Zugeständnisse, auf das die EADS-Mitarbeiter in Manching am dringendsten hoffen, wäre Geld für die Weiterentwicklung von Talarion.

C. Deutschländer/M. Prem

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