Kein Geld mehr fürs Heim-Büro: Was Steuerzahler tun können

- Unzählige Arbeitnehmer und Selbstständige müssen 2007 einen finanziellen Rückschlag hinnehmen: Sie können die bis zu 1250 Euro für ein Arbeitszimmer zu Hause nicht länger steuerlich absetzen. Ab kommendem Jahr ist es vorbei mit diesem Steuervorteil. Ein Büro daheim ist nur noch dann absetzbar, wenn sich dort der "Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit" abspielt ­ ein Berufstätiger also ausschließlich von zu Hause aus arbeitet. 300 Millionen Euro jährlich soll das Steueränderungsgesetz den öffentlichen Kassen mehr bringen.

Wer betroffen ist

"Das Arbeitszimmer ist damit steuerlich tot", betont Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL). Betroffen durch die rigorose Rotstiftaktion sind vor allem Lehrer, die ihren Unterricht daheim vorbereiten, sowie Freiberufler unterschiedlichster Berufsgruppen wie viele Außendienstmitarbeiter, Anwälte und Journalisten. Auch Beschäftigte, die mehr als 50 Prozent daheim arbeiten, nicht ständig einen eigenen Schreibtisch im Unternehmen haben oder eine Nebentätigkeit von daheim aus organisieren, gehen in Zukunft leer aus. Sie werden bei gleichem Bruttoeinkommen ein um bis zu 1250 Euro höher zu versteuerndes Einkommen haben ­ und kräftig mehr Steuern zahlen müssen, wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beklagt.

Wer noch Chancen hat

Nur wer als "Home-Office-Anbieter" auf einen ständigen häuslichen Telearbeitsplatz angewiesen ist, kriegt weiterhin den Bonus, alles unbegrenzt bei seiner Steuererklärung anzusetzen. "Diese Möglichkeit dürften aber nur die allerwenigsten Leute haben", ist Nöll überzeugt. Gute Chancen, beim Fiskus durchzukommen, können sich darüber hinaus noch Rentner mit einem Nebenjob am heimischen Computer ausrechnen.

Steuer-Strategien

Denkbar wäre laut Nöll eventuell folgende Strategie: Einen Arbeitsraum außer Haus anmieten, beispielsweise in der Wohnung der Oma oder Freundin. Das könnte steuerlich anerkannt werden, selbst wenn es gleich um die Ecke liegt, meinen auch die Experten von "Finanztest" und verweisen auf ein entsprechendes Urteil des Bundesfinanzhofs (Aktenzeichen: VI R 39/04).

Außerdem: Mietet der Arbeitgeber im Haus des Mitarbeiters ein Büro an und zahlt dafür, muss der Beschäftigte die Mieteinnahmen zwar versteuern, darf aber die Kosten wie selbst gezahlte Miete, Hypothekenzinsen, Betriebskosten als Werbungskosten abrechnen (Bundesfinanzministerium, Aktenzeichen: IV C3-S2253-112/05).

Kleiner Trost

Die Möglichkeit, bestimmte Ausstattungsgegenstände oder Arbeitsmittel voll oder anteilig steuerlich abzusetzen, steht Beschäftigten mit häuslichem Arbeitszimmer auch in Zukunft offen ­ wenn die Gegenstände für berufliche Zwecke verwendet werden. Dazu zählen unter anderem die Anschaffung von Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Computer, Schreibtischlampe, Bücherregal, Computertisch oder Beistelltisch.

Spielraum nützen

Stephanie Zipp, Steuerexpertin von "Finanztest", rät Betroffenen, in diesem Jahr noch Spielräume bei der 1250-Euro-Regelung auszuschöpfen. Vielleicht durch den Kauf eines Teppichbodens oder neuer Gardinen fürs Arbeitszimmer.

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