Kein Urwaldholz als Gartentisch

München - Fenster, Türen, Boote, Möbel, Werkzeug und Musikinstrumente - alle sind aus Holz. Das Material ist manchmal von zweifelhafter Herkunft. Damit mit dem Kauf eines Gartentisches kein unwiederbringliches Stück Urwald erworben wird, hat die Umweltorganisation Greenpeace eine Liste "guter" und "schlechter" Hölzer veröffentlicht.

Die Wahl des Holzes sollte bewusst getroffen werden. Mit heimischem Holz kann man meist nicht so viel falsch machen wie mit tropischem, entscheidend ist laut Greenpeace aber das FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council). Es garantiert, dass das Produkt aus ökologisch verträglicher und sozial gerechter Waldnutzung stammt. Die entsprechenden Forstbetriebe müssen strenge Vorschriften einhalten.

Zertifizierung

Der Holz-Ratgeber von Greenpeace unterscheidet zwischen "akzeptablem", "kritischem" und "katastrophalem" Holz. Holz aus der letzten Kategorie dürfe man aber kaufen, wenn es ein Siegel hat. FSC-Zertifikate gibt es, sofern keine natürlichen Lebensräume vernichtet werden und der Anbau umweltverträglich erfolgt. Bei Akazien und Eukalyptus sei dies zum Beispiel meist nicht der Fall. Die monotonen Pflanzungen verdrängten vielerorts Urwälder.

Urwald schonen

Weltweit sind bereits vier Fünftel der großen Urwälder zerstört. In Indonesien wird laut Greenpeace täglich eine Regenwaldfläche von rund 300 Fußballfeldern vernichtet. Teakholz, aus dem viele Gartenmöbel hergestellt werden, stamme größtenteils aus Indonesien und solle unter anderem deshalb mit Vorsicht gekauft werden. Obwohl die Europäische Union 2007 Holzimporte aus Myanmar aus Menschenrechtsgründen verboten hat, könnten über China Produkte aus "Burma Teak" nach Deutschland gelangen. Deshalb sei es wichtig, auf das Siegel zu achten. Als Alternative zu Teak rät Greenpeace zu Robinie.

Identifizierung

Um die Herkunft von Holz oder Holzprodukten einwandfrei nachzuweisen, fehlen derzeit noch praktikable Kontrollmechanismen, erklärt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz in Berlin. Solange Holzart und -herkunft nicht einwandfrei zu identifizieren seien, sei eine effiziente Einfuhrkontrolle schwer möglich. Derzeit arbeiteten Wissenschaftler noch an genetischen und chemischen Methoden zur Identifizierung. Ministerium und Europäisches Parlament vertrauen bis dahin deshalb wie Greenpeace auf das FSC-Zertifikat. Zudem halten sie das PEFC-Zertifikat (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) für zuverlässig.

Zu Recht, meint Klaus Schwarz vom Gesamtverband deutscher Holzhandel. "Es ist leider so, dass einige Umweltorganisationen auf FSC bestehen, alles andere ist illegal", sagt er. Das Problem mit FSC sei, dass es nicht verbreitet sei. Dem Verbraucher rät er, sich nachweisen zu lassen, dass das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt, dafür gebe es auch noch andere Zertifikate. Letztlich möchte Schwarz aber mit Hilfe einer EU-Verordnung "Druck auf Entwicklungsländer ausüben".

Akzeptabel

Greenpeace bewertet Robinie, Buche, Ahorn, Eiche, Kirsche, Birke, Kiefer, Bambus mit "akzeptabel". Doch auch da sei auf das Zertifikat zu achten, weil durch eine übermäßige Abholzung Urwälder in Gefahr geraten könnten.

Kritisch stehe es unter anderem um Fichte und Lärche. Die Umweltorganisation warnt vor der sibirischen Lärche, sie stamme meist aus Urwaldzerstörung. Wieder einmal ist das Zertifikat entscheidend.

Viele Baumärkte, Kaufhaus- und Supermarktketten haben sich bereits verpflichtet, nur mehr FSC-zertifiziertes Holz zu verkaufen und machen es damit ihren Kunden leichter. Dazu gehören Obi, Hornbach, Praktiker, Real, Tchibo, Metro, Rewe, Karstadt, Plus und Aldi. Welche Unternehmen sich noch beteiligen, ist unter www.fsc-deutschland.de zu erfahren.

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