Keine Einigung zwischen GM und Kerkorian

- Detroit - Der weltgrößte Autokonzern General Motors (GM) hat sich nicht mit der Tracinda Corporation des amerikanischen Multimilliardärs Kirk Kerkorian über einen Sitz im GM-Verwaltungsrat einigen können. Dies gaben GM und Tracinda am Freitagabend gemeinsam bekannt. Kerkorian kontrolliert über seine Holding Tracinda 9,9 Prozent der GM-Aktien und ist damit größter Anteilseigner bei dem angeschlagenen Unternehmen.

Man habe konstruktive Diskussionen gehabt, doch zum jetzigen Zeitpunkt keine für beide Seiten befriedigende Vereinbarung über einen Sitz für Jerome York im GM-Verwwaltungsrat erreichen können, hieß es. York ist ein Vertrauter von Kerkorian und war früher Chrysler- und IBM-Finanzchef gewesen.

Die in diesem Jahr massiv gefallenen GM-Aktien legten am Freitag um 4,18 Prozent auf 22,92 Dollar zu. Kerkorian hatte seine Aktien zu Kursen zwischen 25 und 35,71 Dollar gekauft. Er hat seither mehr als 350 Millionen Dollar verloren, weil die GM-Aktien wegen der enormen GM-Geschäftsprobleme in Nordamerika und Verlusten von 3,8 Milliarden Dollar in den ersten neun Monaten dieses Jahres zwischenzeitlich stark gesunken waren. Die GM-Aktien haben gegenüber ihrem Zwölfmonatshoch von 40,82 Dollar vom Dezember 2004 rund 43,8 Prozent an Wert verloren.

GM-Konzernchef Richard Wagoner will neun nordamerikanische Autofabriken und Teilewerke schließen und 30 000 Stellen streichen. Er holte den bisherigen Europa-Chef Frederick A. Henderson als Finanzchef nach Detroit, der als harter Kostensenker bekannt ist und zuvor die Operationen in Europa, Asien und Lateinamerika auf Vordermann brachte. Wagoner steht unter massivem Druck, GM wieder in die Gewinnzone zu bringen. Kerkorian könnte den Druck auf Wagoner verstärken, weiterreichende Sanierungsmaßnahmen für den nordamerikanischen Markt durchzuführen. GM will seine riesige Finanztochter GMAC mehrheitlich verkaufen, doch bisher ist noch kein Interessent bekannt geworden.

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