Keine Einigung zwischen Springer und PIN

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Berlin (dpa) - Die Gespräche zwischen dem angeschlagenen Postdienstleister PIN Group und dem Medienkonzern Springer haben am Montag zu keiner Einigung geführt. Die Beteiligten hätten sich nicht auf ein tragfähiges Übernahmemodell einigen können, sagte Springer-Sprecherin Edda Fels der dpa.

Die Verhandlungen würden aber weitergeführt. Medienberichte, wonach die Gespräche beendet worden seien, wies sie zurück. Focus-online berichtete, die Verhandlungen seien überraschend abgebrochen worden, der PIN drohe nun die Pleite noch in dieser Woche. Die Springer-Sprecherin bekräftigte erneut: "Wir prüfen alle Optionen, die seriös und wirtschaftlich fundiert sind." Zu Details wollte sie sich nicht äußern.

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ist Knackpunkt der Verhandlungen die Höhe eines sogenannten Besserungsscheins, bei dem Springer nach einer Sanierung oder bei einem späteren Verkauf der PIN-Gruppe noch Geld bekommen würde. Der Medienkonzern sei zwischenzeitlich "offenbar bereit" gewesen sein, die PIN-Anteile abzugeben, wenn er dafür bis Ende 2015 30 Prozent der Gewinne oder 60 Prozent eines Verkaufserlöses bekommen würde, berichtet die Zeitung weiter. PIN-Chef und Minderheitsgesellschafter Günter Thiel hatte der Zeitung zufolge zuletzt von 10 auf 15 Prozent für die jeweiligen Fälle erhöht.

Zuvor hatte Thiel Springer zu einer schnellen Entscheidung zur Zukunft der PIN Group aufgefordert. "Wir brauchen bei PIN bis Weihnachten einen Geldeingang", sagte Thiel der "Süddeutschen Zeitung". Zwischen einer Einigung und einer Überweisung müssten ein paar Dinge organisiert werden. "Spätestens Dienstagmorgen wird man deshalb weißen oder schwarzen Rauch aufsteigen sehen." An diesem Dienstag tagt nach Springer-Angaben der PIN-Verwaltungsrat. Den Ort wollte Springer nicht nennen.

Springer-Sprecherin Fels forderte Thiel auf, seine Finanzierungsverpflichtungen zu erfüllen. "Statt öffentlich Ultimaten zu stellen, erwarten wir von Herrn Thiel, dass er seinen Finanzierungsverpflichtungen nachkommt", sagte Fels der dpa. "Das wäre ein glaubwürdiger Rettungsplan." Thiel sei in den vergangenen Monaten seiner Pflicht als Mitgesellschafter nicht nachgekommen, anteilsmäßig Gelder bereitzustellen, um den laufenden Betrieb sicherzustellen.

Die Axel Springer AG hatte als Mehrheitseigentümer der PIN am vergangenen Freitag alle Geldzahlungen an die Gruppe eingestellt. "Wir haben unsere Entscheidung auf den Bundestagsbeschluss abgestellt", betonte Fels. Sollte sich ein alternatives Szenario zum Mindestlohn einstellen, würde sich auch die Geschäftsgrundlage verändern. "Wir würden das dann in die aktuellen Überlegungen miteinbeziehen."

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