Keine Gnade mehr für Steuersünder

Karlsruhe - Bei Steuerhinterziehung von mehr als einer Million Euro muss der Angeklagte nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs in der Regel ins Gefängnis.

Der 1. Strafsenat hob am Dienstag in einer erstmaligen derartigen Entscheidung die Bewährungsstrafe für einen Geschäftsmann aus Augsburg auf. Damit folgten die Karlsruher Richter der Revision der Staatsanwaltschaft. Die Strafe muss nun vom Landgericht Augsburg neu verhandelt werden.

Der 60-jährige Angeklagte hatte Steuern in Höhe von 1,1 Millionen Euro hinterzogen. Der Geschäftsmann war Mitgesellschafter in zwei Unternehmen, die 2001 an eine Aktiengesellschaft verkauft wurden. Als Verkaufserlös und Vermittlungsprovision erhielt er 2002 umgerechnet knapp 15 Millionen Euro und Aktienanteile. Außerdem blieb er weiter Geschäftsführer in einem der verkauften Unternehmen und erhielt 2006 auch Tantiemen von 570.000 Euro.

Durch teilweise falsche Angaben und Umdeklarieren der Tantiemen als Schenkung erreichte er 2002 und 2006 eine wesentlich günstigere Besteuerung. Dem Fiskus entgingen dadurch 1,1 Millionen Euro an Steuern. Durch eine Betriebsprüfung flog dies auf.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax rettet moderates Plus ins Ziel
Frankfurt/Main (dpa) - Mit Gewinnen ist der deutsche Aktienmarkt in die neue Börsenwoche gegangen. Erst im späten Handel kämpfte sich der Dax ins Plus und schloss 0,25 …
Dax rettet moderates Plus ins Ziel
Künstliche Intelligenz - Job-Killer oder Job-Motor?
Künstliche Intelligenz - Fluch oder Segen? Auf der Hannover Messe gehört KI zu den wichtigsten Trendthemen. Branchenbeobachter sehen ein "gigantisches Potenzial" für die …
Künstliche Intelligenz - Job-Killer oder Job-Motor?
Opel beteuert Investitionsbereitschaft für deutsche Werke
Am Standort Eisenach zeigt sich zuerst, wie die Sanierung des Autoherstellers Opel ablaufen wird. Im Poker zwischen dem französischen PSA-Konzern und IG Metall will …
Opel beteuert Investitionsbereitschaft für deutsche Werke
Deutsche Industrie sieht sich im Konjunktur-Aufwind
Brexit, Fachkräftemangel, zunehmender Protektionismus: An Risiken mangelt es der deutschen Industrie nicht. Dennoch schaut sie optimistisch in die Zukunft. Die …
Deutsche Industrie sieht sich im Konjunktur-Aufwind

Kommentare