Keine Kündigungen bei Schaeffler in Schweinfurt

Herzogenaurach - Beim zweitgrößten Standort des angeschlagenen Autozulieferers Schaeffler in Schweinfurt sind betriebsbedingte Kündigungen vorerst vom Tisch.

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Schaeffler einigt sich mit Beschäftigen

Mit Arbeitszeitverkürzung und anderen Maßnahmen würden 50 Millionen Euro Personalkosten ohne Entlassungen eingespart, teilten das Unternehmen und die IG Metall am Dienstag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Schaeffler und die Gewerkschaft hatten im Mai vereinbart, bis 30. Juni 2010 auf die Kündigung von bis zu 4.500 Mitarbeitern zu verzichten, falls anderweitig 250 Millionen Euro Personalkosten eingespart werden können. Vereinbarungen für die anderen Schaeffler-Standorte stehen noch aus.

In Schweinfurt standen 1.034 der rund 5.000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Die Einsparungen sollen hier über natürliche Fluktuation, freiwillige Aufhebungsverträge, Altersteilzeit, Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzungen erreicht werden. Die Geschäftsleitung gehe davon aus, dass die Talsohle der wirtschaftlichen Entwicklung erreicht sei und sich die Märkte nächstes Jahr wieder leicht erholen. Sonst seien weitergehende Maßnahmen notwendig. Dies könnte betriebsbedingte Kündigungen einschließen, erklärte Schaeffler.

“Der Kompromiss trägt den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung und hält dabei die Belastungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gering wie möglich“, erklärte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Norbert Lenhard. Mit der Vereinbarung werde Zeit für sozialverträgliche Lösungen gewonnen: “Wir halten Beschäftigte im Betrieb , falls die wirtschaftliche Erholung früher kommt als erwartet.“

Die Rezession trifft den Autozulieferer, der auf Pump den Konkurrenten Continental übernommen hat, hart. Für 2009 rechnet Schaeffler mit nur noch 7,5 Milliarden Euro Umsatz, nach 8,9 Milliarden Euro im Vorjahr.

ap

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