Keinen Cent für den Transrapid

- München ­- Die Industrie ist nicht bereit, den Bau der Münchner Transrapid-Trasse zu unterstützen. Die an dem Projekt beteiligten Konzerne Siemens und Thyssen-Krupp haben eine entsprechende Forderung der Verkehrsminister zurückgewiesen. Wolfgang Tiefensee und sein bayerischer Kollege Erwin Huber hatten zuvor an das Konsortium appelliert, dem Projekt mit Millionenbeiträgen zur Realisierung zu verhelfen.

Die Kosten für den Bau der Transrapid-Trasse zwischen Münchner Flughafen und Hauptbahnhof werden auf 1,85 Milliarden Euro geschätzt. Bisher sind im Bundeshaushalt 550 Millionen Euro vorgesehen. Bayern erwartet jedoch, dass der Bund bis zu 925 Millionen beisteuert. Der Freistaat selbst will sich mit 300 Millionen beteiligen, die Bahn mit 125 Millionen Euro. Damit fehlt im Budget noch mindestens eine halbe Milliarde Euro.

Die beteiligten Unternehmen Siemens und Thyssen-Krupp lehnen finanzielle Hilfen strikt ab. "Man wird nicht über eine Finanzierung der Industrie reden können. Eine Eigenbeteiligung ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Die Industrie ist und bleibt in der Rolle des Lieferanten", sagte Peter Wiegelmann vom Magnetbahnbetreiber-Konsortium "Transrapid International" auf Anfrage unserer Zeitung. Thyssen-Vorstand Hans Christoph Atzpodien habe dies stets "ehrlich und offen gesagt", so der Sprecher. Auch ein Siemens-Sprecher bekräftigte, der Konzern werde sich nicht an der Finanzierung beteiligen.

Tiefensee und Huber hatten in der vergangenen Woche erklärt: "Wir gehen für den Transrapid München von Finanzierungsbeiträgen der Deutschen Bahn, des Flughafens München, der Europäischen Union und der Industrie aus." Während die EU-Förderung noch nicht beziffert ist, steht für die Flughafen München GmbH (FMG) nach unbestätigten Angaben eine Summe von 100 Millionen Euro im Raum.

Flughafen-Sprecher Hans-Joachim Bues erklärte auf Anfrage, das Unternehmen sei "bereit, einen Beitrag zu leisten", vorausgesetzt, alle drei Gesellschafter stimmten zu. Das Land Bayern hält mit 51 Prozent die Mehrheit an der FMG, der Bund ist mit 26, die Stadt München mit 23 Prozent beteiligt. Eine Förderung des Transrapid wäre nur möglich, wenn alle drei Gesellschafter zustimmen. "Das ist im Augenblick definitiv nicht der Fall", so Bues. Wie berichtet, lehnt die Stadt München den Bau der Trasse kategorisch ab.

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