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Kerkorian: "Klassischer Betrug" - Schrempp-Anwalt: "Das ist absurd"

- Wilmington - Der Prozess startete mit scharfzüngigen Plädoyers. Über eine Milliarde Dollar Schadenersatz verlangt der US-Investor Kirk Kerkorian vom Autokonzern Daimler-Chrysler. Das erklärte Kerkorians Anwalt Terry Christensen zum Auftakt des mit Spannung erwarteten Prozesses um die Umstände der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler 1998 vor einem Bundesgericht in Wilmington. Bei der Einreichung der Klage vor drei Jahren waren sogar acht Milliarden Dollar genannt worden.

<P>Der frühere Chrysler-Großaktionär Kerkorian (86) wirft dem Management vor, den Zusammenschluss als "Fusion unter Gleichen" ausgegeben zu haben. Tatsächlich sei es eine Übernahme gewesen. "Sie übernahmen die Kontrolle und sie haben dafür nichts bezahlt", fauchte Christensen. Das sei "klassischen Betrug". Nach und nach seien aus dem Vorstand des fusionierten Unternehmens bis auf einen einzigen Manager sämtliche amerikanischen Vertreter verschwunden. Kerkorian habe von dieser Entwicklung nichts ahnen können.<BR><BR>Die mündliche Verhandlung begann mit einem großen Medienaufgebot, mit viel Show und wenig Paragrafen. Ein Urteil wird im Frühjahr 2004 erwartet. Kerkorian und seine Investment-Gesellschaft Tracinda vertreten die Ansicht, sie hätten im Fall einer Übernahme einen höheren Preis beim Tausch ihrer Aktien erhalten können. Durch die angebliche Tarnung als Fusion unter der Federführung von Vorstandschef Jürgen Schrempp (59) sei ihnen ein hoher Schaden entstanden. Kerkorian soll heute vor Gericht auftreten.<BR><BR>Daimler-Chrysler-Anwalt Mike Schell nannte die Vorwürfe "absurd". Der Zusammenschluss sei eine Fusion "im wahrsten Sinne des Wortes" gewesen. Ein Vergleich beider Seiten während der Verhandlung gilt als unwahrscheinlich, ist jedoch nicht völlig ausgeschlossen.<BR><BR>In einem ähnlichen Streit mit früheren Chrysler-Kleinaktionären hatte sich Daimler-Chrysler im Sommer auf einen Vergleich geeinigt und 300 Millionen Dollar gezahlt. Der Fall wäre von Geschworenen entschieden worden, die als wenig berechenbar gelten. In dem Prozess mit Kerkorian fällt Richter Joseph Farnan Jr. (58) das Urteil. Im Anschluss wäre eine Berufung in zweiter Instanz möglich, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde. Der Richter lauschte den Plädoyers gelassen.<BR><BR>Kerkorian hatte die Klage im November 2000 nach der Lektüre eines Interviews mit Schrempp in der Wirtschaftszeitung "Financial Times" eingereicht. Schrempp wurde zitiert, man habe aus "psychologischen Gründen" den Umweg einer Fusion gewählt, um Chrysler später in eine Sparte des Konzerns zu verwandeln. Nach Darstellung von Daimler-Chrysler wurden die Aussagen des Managers in dem Interview nicht korrekt wiedergegeben - es gibt jedoch ein Tonband. Seit Einreichung der Klage legten beide Seiten dem Gericht Papierberge an Unterlagen vor. In der mündlichen Verhandlung werden auch Schrempp und sein Vorstandskollege Manfred Gentz aussagen.<BR></P>

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