Kermit kostete EM.TV fast 400 Millionen Dollar

- München - Das Münchner Medienunternehmen EM.TV hat den Schlusspunkt unter eines seiner größten Minusgeschäfte gesetzt: Die einst von den Ex-Firmenchefs Thomas und Florian Haffa für 680 Millionen Dollar erworbene "Muppetshow"-Produktionsfirma Jim Henson Company wird an die Familie des Firmengründers zurückverkauft.

<P>Drei Jahre nach dem Kauf kassieren die Münchner allerdings nur einen Bruchteil der Summe, die sie ursprünglich investiert hatten: 89 Millionen Dollar (78 Millionen Euro). Rechnet man Erlöse in Höhe von 200 Millionen Dollar ein, die nach Angaben von EM.TV in der Zwischenzeit durch Verkäufe von Henson-Unternehmensteilen erzielt wurden, hat die Medienfirma fast 400 Millionen Dollar draufgezahlt.<BR><BR>Wie EM.TV mitteilte, erhalten die Kinder des Erfinders von "Kermit, dem Frosch" und "Miss Piggy" die Henson Company wieder zu 100 Prozent. Zuvor waren Verkaufsverhandlungen unter anderem mit dem Disney-Konzern und dem neuen Kirch-Media-Investor Haim Saban gescheitert. EM.TV-Chef Werner Klatten gab sich dennoch zufrieden mit dem Geschäft. </P><P>"Unter den verschiedenen Interessenten, die bis zuletzt für die Jim Henson Company geboten hatten, gab die Henson-Familie das attraktivste Angebot ab", sagte er. Mit den Verkaufseinnahmen und zuvor erfolgten Zahlungen des "Sesamstraßen"-Produzenten "Sesame Workshop" an die Henson Company habe EM.TV wie geplant den Buchwert der Firma von 110 Millionen Euro erlösen können. Den Verlust aus der ursprüngliche Kaufsumme hatte das Unternehmen zuvor abgeschrieben.<BR><BR>"Durch den Mittelzufluss ist die Liquidität des EM.TV-Konzerns gesichert", betonte Klatten. Das Medienunternehmen habe damit "nahezu keine kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten mehr". Die Finanzschulden der AG würden nun allein aus der im Februar 2005 fälligen Wandelanleihe bestehen. Der Verkauf der Henson Company bedürfe noch der Zustimmung der EM.TV-Hauptversammlung, die nun baldmöglichst stattfinden solle.</P>

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