Kfz-Versicherung: Wechsel spart oft hunderte Euro

- Millionen Autobesitzer können jetzt Geld sparen: Die Prämien für Kfz-Policen sind wieder auf breiter Front ins Rutschen gekommen. Viele Versicherer buhlen zurzeit mit Sondertarifen oder günstigen Zweitmarken um Kundschaft. Der Haken: Weil die Tarife stark von den persönlichen Merkmalen abhängen, gibt es keinen Schnäppchen-Tipp für alle. Individuelle Vergleiche von Preis und Leistung sind unumgänglich.

Die Ersparnis

Der Aufwand eines Anbieterwechsels dürfte sich oft lohnen: Einsparungen von 100 bis 200 Euro im Jahr seien problemlos drin, betont Niels Nauhauser, Versicherungsfachmann der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Im Einzelfall kann man eine neue Prämie um über die Hälfte günstiger bekommen als die alte.

Die Kündigung

Wer auf eine billigere Police umsteigen will, muss seinen bisherigen Vertrag zum Jahresende auflösen. Ein Kündigungsschreiben muss spätestens am 30. November beim jetzigen Versicherer sein -am besten per Einschreiben mit Rückschein. Sonst verlängert sich der alte Vertrag automatisch. Ein Wechsel außerhalb dieser Frist ist nur dann drin, wenn außerplanmäßig die Beiträge erhöht werden, eine neues Auto angemeldet wird oder ein Schadensfall eingetreten ist.

Der Neue

Auf der Suche nach einer günstigeren Police sollte man sich nicht gerade an den Empfehlungen von Bekannten ori-entieren, meint Andrea Hoffmann von der Verbraucherzentrale Sachsen. Die eine Versicherung, die für alle am besten ist, gibt es nicht. Über den Tarif entscheiden individuelle Kriterien: Alter, Geschlecht und Beruf der Fahrer, Wohneigentum und -ort, im Haushalt lebende Kinder, Neuwert, Modell und Zulassungsjahr des Fahrzeugs, schadensfrei gefahrene Jahre, jährliche Kilometerleistung, Garage und so weiter.

Die Sparpolicen

Wer sich umschaut, wird bemerken, dass selbst die Marktführer parallel zu ihrem Normalangebot günstige Online-Tarife für Neuverträge an den Mann bringen wollen -obwohl sie sich damit selbst Konkurrenz machen. Nach Einschätzung der Verbraucherschützer verdrängen die günstigen Zweitmarken und Sparpolicen auf diese Art und Weise immer stärker die bekann-ten Standard-Tarife.

Die Rabatte

Vorsicht ist bei Rabatten geboten, die mit Einschränkungen wie einem Werkstattzwang verbunden sind. Bei einem Kaskoschaden bestimmt dann der Versicherer, wo das Auto repariert wird. "Der Trend ist eindeutig: Versicherungen wollen immer mehr selbst abwickeln, um Kosten zu sparen", lautet die Erfahrung Nauhausers. Wichtig seien auch die Bedingungen: So manche "Power"-Tarife, die einen Tick teurer sind, bieten höhere Deckungssummen, weniger Haftungsausschlüsse oder auch die Mitversicherung grober Fahrlässigkeit, die die Folgen eigener Unachtsamkeit abdeckt.

Der Markt

Hauptursache für die Preissenkungen sei der knallharte Kampf um Kunden, sagt Stephan Schweda vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV): "Ein brutaler Wettbewerb." Die Kfz-Police gilt als Türöffner für den Verkauf weiterer Versicherungsprodukte. Aber auch die seit Jahren rückläufigen Schadenszahlen trugen laut GdV mit dazu bei, dass die Prämien kontinuierlich runtergefahren werden konnten. Zum Vergleich: Noch 1970 mussten die Versicherer 170 Schadensfälle pro 1000 Fahrzeuge begleichen. Die Zahl sank mittlerweile auf 75 ab.

Die Preise

Den Berechnungen zufolge wurde die Autoversicherung in den vergangenen elf Jahren unterm Strich deutlich billiger. 1995 mussten Autofahrer für ihre Haftpflicht-Police im Schnitt noch 289 Euro zahlen. Bis Ende 2006 dürften nur noch 242 Euro Jahresprämie anfallen, so Schweda. Bei der Vollkasko-Versicherung stürzten die Prämien von 423 Euro 1995 auf derzeit etwa 290 Euro Jahresbeitrag im Schnitt. Der Teilkasko-Bereich bleibt 2006 mit 91 Euro vergleichsweise stabil.

Hilfestellung

Verbraucherschützer bieten -kostenpflichtige -Hilfestellung bei der Suche nach der günstigsten Versicherung -etwa unter der Hotline der Verbraucherzentrale 0900 /179 77 77 (1,24 Euro pro Minute) oder 0900 / 177 44 43 (1,75 Euro pro Minute). Um die Telefonkosten so klein wie möglich zu halten, sollte der Kfz- Schein parat liegen. Eine Schnellsuche kostet dann etwa zehn Euro.

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