Kieler Institut sieht kräftigen Aufschwung

- Kiel - Die deutsche Wirtschaft nimmt in diesem Jahr nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) einen kräftigen Aufschwung. Das Institut revidierte am Donnerstag seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 1,5 auf 2,1 Prozent. "Erstmals seit fünf Jahren zieht dabei auch die Inlandsnachfrage spürbar an", heißt es in der in Kiel verbreiteten Analyse.

Schon im kommenden Jahr werde die Konjunktur allerdings deutlich an Fahrt verlieren, schreiben die Kieler Forscher. Die Anhebung der Mehrwertsteuer, die höheren Zinsen und das langsamere Wachstum der Weltwirtschaft wirkten sich in Deutschland dämpfend aus, so dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2007 nur noch um 1,2 Prozent wachsen werde. Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt werde sich nur wenig verbessern. "Zwar wurden einige Reformen auf den Weg gebracht", heißt es in dem Konjunkturbericht. "Doch haben sich die Anreize für mehr Investitionen und für die Schaffung neuer Arbeitsplätze nicht durchgreifend verbessert."

Die weltweite Konjunktur sieht das IfW in einer robusten Verfassung. Während in den USA die Geldpolitik allmählich die Nachfrage zu dämpfen beginne, hätten sich die Perspektiven für Japan und Europa aufgehellt. "Die hohe wirtschaftliche Dynamik in China wird sich vorerst nur wenig verringern", schreibt das Institut. Im laufenden Jahr werde die Wirtschaft der Industrieländer um 3,0 Prozent wachsen, im nächsten abermals um 2,6 Prozent. Weil die Schwellenländer deutlich schneller wachsen - zum Beispiel China mit mehr als neun Prozent - liegen die Wachstumsraten für die gesamte Weltwirtschaft noch höher. Die Kieler Forscher erwarten in diesem Jahr 4,5 und im nächsten Jahr 4,1 Prozent Wachstum.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ex-Arcandor-Chef zieht Antrag auf Haftverkürzung zurück
Berlin/Essen (dpa) - Der wegen Anstifung zur Untreue angeklagte frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff zieht seinen Antrag auf Haftverkürzung zurück. Das sagte seine …
Ex-Arcandor-Chef zieht Antrag auf Haftverkürzung zurück
Bahn-Baustellen sollen Fahrgäste seltener ausbremsen
Mit Rekord-Investitionen steckt die Deutsche Bahn Milliarden in das Eisenbahnnetz. Doch ihre Konkurrenten murren. Sie wollen weniger Vollsperrungen. Und mehr Mitsprache.
Bahn-Baustellen sollen Fahrgäste seltener ausbremsen
Flixbus: Wohl keine höheren Ticketpreise
Berlin/München (dpa) - Kunden des größten deutschen Fernbus-Anbieters Flixbus müssen in diesem Jahr wohl nicht mit höheren Preisen für Tickets rechnen. Generell seien …
Flixbus: Wohl keine höheren Ticketpreise
Fehlendes Teil legt BMW-Produktion in Leipzig teilweise lahm
München/Leipzig (dpa) - Ein fehlendes Bauteil zwingt BMW zum teilweisen Stopp der Produktion im wichtigen Werk Leipzig. Wie ein Sprecher des Autobauers sagte, soll die …
Fehlendes Teil legt BMW-Produktion in Leipzig teilweise lahm

Kommentare