Kinder haben beim Sparen den entscheidenden Zeitvorteil

- Verwandte und Eltern stecken Kindern eine Menge Geld zu oder legen es für sie an. Oft wird dabei jedoch auf vermeintlich sichere und konservative Produkte zurückgegriffen. Dabei haben die Kleinen den Großen etwas Entscheidendes voraus: Sie haben viel mehr Zeit. Und die ist für den Vermögensaufbau entscheidend. Ob für die erste Bude, eine Reise, mögliche Studiengebühren oder die Altersvorsorge - schon früh wird der Nachwuchs mit bunten Spardosen zu Rücklagen angehalten.

Wer das Geld aber nur ins Sparschwein steckt, bekommt keine Zinsen. Eltern sollten deshalb zu renditeorientierten Sparvarianten greifen, die gleichzeitig sicher und flexibel sind. Sylvia Gensler, Autorin des (vergriffenen) "Geldund Vorsorge-Handbuchs für Eltern", rät auf jeden Fall zu einem gescheiten Aktienfonds, eben weil die Kinder unendlich Zeit haben. Ist mehr Geld vorhanden, kann es auch auf mehrere Anlagen aufgeteilt werden. Bau- und Prämiensparen, Sparbuch und auch Rentenfonds seien auf lange Sicht dagegen "verschenktes Geld".

Nur bei kurzfristigeren Anlagen, wenn zum Beispiel der Schüler auf das Ersparte zugreifen können soll, um sich ein Fahrrad oder Mofa zu kaufen, soll man mit dem Risiko runtergehen. Hier empfiehlt Gensler einen Mischfonds. Für jederzeit verfügbares Guthaben bleibe dann Festgeld oder Sparbuch unter Verzicht auf Rendite. Das "klassische" Sparbuch ist laut Stadtsparkasse München pädagogisch sinnvoll, um Kindern den Umgang mit Geld und mit dem Sparen näherzubringen. Für regelmäßiges Sparen rät die Sparkasse zu einem Ratensparvertrag, wenn das Geld jederzeit ohne Kursrisiko verfügbar sein soll.

Fondssparverträge bieten dagegen langfristig höhere Ertragschancen. Mehr als 82 Prozent der Eltern in Deutschland legen regelmäßig Geld für den Nachwuchs auf die hohe Kante. Dazu wird nach einer Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest in München nicht nur das Kindergeld verwendet. Auf den Konten der Kinder häuft sich das Geld zu einer ansehnlichen Summe an: 615 Euro haben Kinder zwischen 6 und 13 Jahren im Schnitt auf dem Konto, hat eine Analyse des Egmont Ehapa-Verlags ergeben.

Zum Geburtstag erhielten Kinder durchschnittlich 68 Euro, zu Weihnachten 77 Euro. Das Deutsche Institut für Anlegerschutz in Berlin warnt mit Nachdruck vor sogenannten Kinderkonten, für die derzeit gezielt geworben wird. Bei den Anbietern handele es sich um unseriöse Unternehmen mit Sitz in Spanien und den USA. Bevor ein Vertrag für ein "Kinderkonto" unterschrieben wird, sollten Eltern die Angebote gründlich prüfen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auto wichtigstes Verkehrsmittel für Pendler
Wiesbaden (dpa) - Das Auto ist für Pendler in Deutschland mit Abstand das wichtigste Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit. Zwei Drittel der Erwerbstätigen (68 Prozent) …
Auto wichtigstes Verkehrsmittel für Pendler
Nafta-Unterhändler ziehen nach erster Runde positive Bilanz
Washington (dpa) - Die USA, Kanada und Mexiko haben nach ihrer ersten Runde der Neuverhandlungen über den nordamerikanischen Handelspakt Nafta eine positive Bilanz …
Nafta-Unterhändler ziehen nach erster Runde positive Bilanz
Aldi hat eine neue Zielgruppe: Videospiel-Zocker
Discount-Marktführer Aldi baut sein Online-Angebot weiter aus. Neben E-Books und Musik will der Billiganbieter auf seiner Online-Plattform aldilife.com ab Dienstag auch …
Aldi hat eine neue Zielgruppe: Videospiel-Zocker
IW sieht drei Risiken für deutschen Immobilienmarkt
Seit Jahren gibt es wegen rasant steigender Preise Warnungen vor einer Immobilienblase in Deutschland. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat in Teilbereichen des …
IW sieht drei Risiken für deutschen Immobilienmarkt

Kommentare