Kinder ohne Verbote vor dem Taschengeld-Kaufrausch schützen

- Kinder haben heute mehr Geld zur Verfügung als je zuvor. Nach einer Verbraucheranalyse verfügen 6- bis 19-Jährige im Schnitt über 73 Euro pro Monat - fast ein Viertel mehr als vor zwei Jahren. Doch den vernünftigen Umgang mit Geld müssen Kinder erst lernen. Taschengeld (siehe Kasten unten) ist das beste Mittel dazu: "Mit Schulbeginn sollten Kinder Taschengeld bekommen", rät die Münchner Diplompsychologin Anna Schoch.

<P>"Wofür sie das Geld ausgeben, sollten die Kinder selbst entscheiden dürfen", sagt die Erziehungsberaterin Sabine Skutta. Ein Eis, ein paar Bonbons oder ein kleines Spielzeug seien typische Wünsche, die sich Kinder mit dem ersten Taschengeld erfüllen. "Mit zunehmendem Alter des Kindes sollten Eltern das Taschengeld schrittweise erhöhen." Größere Geldgeschenke gehören nicht in Kinderhände, mahnt Skutta. Vor allem kleine Kinder können den Wert oft noch nicht richtig einschätzen und deshalb mit höheren Beträgen nicht umgehen. </P><P>Sparschwein</P><P>Für kleine Kinder leistet das Sparschwein gute Dienste, da sie ihr Geld oft nicht bei der Bank abgeben. Ein Sparschwein dagegen kann das Kind anfassen und auch etwas herausholen. Später kann die Büchse zur Bank getragen und durch ein Sparbuch auf den Namen des Kindes ergänzt werden. "Wenn Kinder den vernünftigen Umgang mit Geld frühzeitig lernen, ist Kontrolle später kaum nötig", sagt Christine Feil vom Deutschen Jugendinstitut in München.</P><P>Sparbuch</P><P>Das klassische Sparbuch ist pädagogisch sinnvoll, um Kindern das Sparen näher zu bringen, heißt es bei der Stadtsparkasse München. Sie können selbst Geld einzahlen, sehen, wie das Guthaben wächst und sie dem Sparziel näher kommen. "Dabei sollten Eltern gemeinsam mit den Kindern überlegen, wofür das Geld gespart wird", rät Walter-Karl Pfeifer von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung in Fürth.</P><P>Ein eigener Computer oder ein neues Fahrrad sind beliebte Sparziele bei Kindern unter zwölf Jahren. "Die Eltern sollten darauf achten, dass das Geld nicht zerrinnt, sondern für den eigentlichen Zweck verwendet wird", rät Feil. Viele Jugendliche sparen von sich aus für ihren Führerschein oder für einen Urlaub.</P><P>Sparpläne</P><P>Möchte das Kind mittel- bis längerfristig sparen - zum Beispiel ein Elfjähriger, der sich mit 15 ein Mofa kaufen möchte _, sollte auch an einen Sparplan gedacht werden. Sparpläne werden von Geldhäusern in allen Varianten angeboten und werden höher verzinst als Sparbücher.</P><P>Fonds</P><P>Möchte das Kind schon langfristig Geld scheffeln, bietet sich ein guter Aktienfonds an. "Wollen die Eltern ab der Geburt zum Beispiel einen Teil oder das ganze Kindergeld anlegen und das Kapital dem Nachwuchs bei Volljährigkeit überlassen, ist ein Aktienfonds sicher ein hervorragender Weg", sagt Finanzberater Edgar Niklaus aus München.</P><P>Werbefalle</P><P>Dank ihrer steigenden Kaufkraft rücken Kinder und Jugendliche immer mehr ins Zentrum gezielter Marketing-Strategien und sind damit vielen Einflüssen ausgesetzt. Schon die Sechs- bis Neun-Jährigen orientieren sich immer stärker an Markennamen.<BR>Bei unvernünftigen Wünschen und Ansprüchen helfe oft ein ernsthaftes Gespräch der Eltern mit den Kindern, rät Sabine Skutta vom Arbeitskreis Neue Erziehung. "Eltern sollten ihrem Kind erklären, welche Zwecke Werbung verfolgt", sagt Walter-Karl Pfeifer. Eine kritische Haltung lässt sich spielerisch schon kleinen Kinder vermitteln: Wenn das Kind auf bestimmte Kinderjogurts besteht, sollten Eltern einen Jogurt-Geschmackstest mit verbundenen Augen organisieren, regt Skutta an.<BR></P>

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