Kinderkutschen fürs Fahrrad: Sicherheit hat ihren Preis

- Sie sind bunt und kaum zu übersehen: Fahrradanhänger für Kinder erobern immer mehr Raum auf Deutschlands Radwegen und Straßen. Wenn der Nachwuchs noch zu klein ist, um selber auf ein Fahrrad zu steigen, bieten die Kutschen als Ein- oder Zweisitzer für Kinder bis etwa zum sechsten Lebensjahr eine Alternative zum Kindersitz. Doch größere Bewegungsfreiheit, höherer Komfort und ein Plus an Sicherheit können je nach Hersteller und Modell durchaus mehr als 1000 Euro kosten. Wer mit dem Kauf eines Anhängers liebäugelt, sollte daher vorab einige grundlegende Fragen klären.

<P>Wege testen</P><P>"Wichtig ist, sich zunächst in seinem Umfeld die Wege anzuschauen, die man mit dem Anhänger fahren will", sagt Bettina Cibulski vom Bundesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Denn Fahrradanhänger sind breit und können auf viele Hindernisse stoßen. Zu schmale Radwege, Poller oder Umlaufsperren bremsen so manches Gespann aus. Wo Fahrräder mit Kindersitz noch eine Lücke finden, gibt es für Räder mit Anhänger oft kaum ein Durchkommen. <BR><BR>Das richtige Rad</P><P>Wer ausreichend freie Wege in seiner Umgebung hat und alle Hürden überwinden kann, muss zum Ziehen des Anhängers erst einmal über das richtige Rad verfügen. Mountainbikes etwa sind ungeeignet für Touren mit Fahrradanhängern. Richtige Zug-Gefährte sind stabile City- oder Trekkingräder. Beim Kauf des Anhängers sollte das Fahrrad unbedingt mit zum Händler genommen werden. Es empfiehlt sich, die Kinderkutsche dort probeweise anzukuppeln. "Nicht jede Kupplung eines Anhängers passt auf jedes Fahrrad", warnt Michael Koswig von der Stiftung Warentest.<BR><BR>Sicherheit und Komfort</P><P>Wenn Rad und Anhänger kombinierbar sind, ist anschließend der Blick auf Sicherheit und Komfort entscheidend. "Gute Kinderanhänger haben einen niedrigen Schwerpunkt, eine stabile Fahrgastzelle, eine sehr breite Spur und große Räder", sagt ADFC-Expertin Cibulski. Ideal sei eine Radabdeckung, damit die Kinder nicht in die Räder greifen könnten. Breite Fünf-Punkt-Gurte, die stabil am Rahmen befestigt sind, müssten ebenso zur Ausstattung gehören wie ein Mückennetz sowie eine wind- und wasserdichte Kunststoffhaut mit Fenstern. Der Anhänger sollte schnell, ohne Werkzeug, ohne Kraftaufwand und ohne schmutzige Hände an das Rad zu kuppeln sein.<BR><BR>Lasten transportieren</P><P>Wer den Anhänger nicht nur als Kinderkutsche nutzen will, muss auf die Beschaffenheit der Bodenwanne achten. Anhänger mit einer stabilen Wanne aus Kunststoff oder Metall sind auch als Lastentransporter einsetzbar. "Ich würde empfehlen, einen Anhänger zu kaufen, der beides ermöglicht", sagt Koswig. Ein solcher Anhänger spare viele kurze Wege mit dem Auto.<BR><BR>Anhänger umrüsten</P><P>Beim Preisvergleich (siehe Kasten) lohnt ein Blick auf die Möglichkeit, die Kinderkutsche zum Buggy oder Jogger umzurüsten. Manche Hersteller bieten Sets an, die bereits weitere Räder und Schiebegriffe umfassen. Bei anderen muss ein Basismodell durch den Kauf von Zubehör ergänzt werden.<BR><BR>Billige genau anschauen</P><P>Preiswerte Kinderanhänger, die zum Teil deutlich weniger als 100 Euro kosten, bieten inzwischen viele Supermärkte oder Baumärkte an. "Solche Angebote sind mit Vorsicht zu genießen", so Bettina Cibulski. "Diese Anhänger sind oft nicht gut verarbeitet." <BR><BR>Immer Probe fahren</P><P>Ob beim Fachhändler oder im Supermarkt, wer einen Anhänger erwerben will, sollte auf jeden Fall eine Probefahrt machen. "Dafür kann man eine Last in den Anhänger tun, die dem Gewicht der Kinder entspricht", erklärt ADFC-Sprecherin Cibulski. Hineinsetzen sollten sich die Kinder aber auch, um zu sehen, ob sie sich wohlfühlen.<BR></P>

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